Die gesunde Lehre

Immer mehr Christen, vor allem junge Christen, spüren eine gewisse Abneigung gegen alles, was mit Lehre und Dogmen zu tun hat. Nicht umsonst wehren sich einige Gemeinden gegen ein Glaubensbekenntnis. Sie befürchten, dass es Spaltungen hervorrufen würde, statt die Christen zu versammeln. Sie befürchten auch, dass wo theologische Fragen zu viel Raum bekommen, der Glaube nur noch ein Kopfwissen wird. Was sie am meisten interessiert, ist eine gesunde Praxis und ermutigende Erlebnisse.

Zum Teil haben sie recht. Selbstverständlich ist der biblische Glaube alles andere als ein Kopfwissen und eine rein intellektuelle Beschäftigung.  Da wo er nicht im Zusammenhang mit Hoffnung und Liebe steht, ist er kein wahrer Glaube.

Nichtsdestotrotz, wie wir sehen werden, ist gesunde Lehre eine Notwendigkeit, weil es ohne sie keine richtige Glaubenspraxis geben kann. Da Glaube von Gott durch die Predigt seines Wortes geschenkt wird, sollten wir nicht erwarten, dass dauerhafte Früchte entstehen können, wenn man eine Auseinandersetzung mit der Bibel meiden will. Weiterlesen „Die gesunde Lehre“

Offenbarungsgaben

Bei der Beantwortung der Frage, welche Geistesgaben noch heute in Kraft sind, ist viel Einsicht erforderlich. Viele Christen verfallen in einen extremen Rationalismus, in dem sie alle übernatürliche Gaben für die heutige Zeit ablehnen, während andere eine perfekte Kontinuität in allen Zeitepochen sehen und somit die biblische Geschichte zeitlich „platt bügeln“ (siehe Hebräer 1: 1-2a).

Wir befassen uns in dieser Studie mit den sogenannten Offenbarungsgaben. Das sind neutestamentlichen Geistesgaben wie zum Beispiel die Prophetie oder das Zungenreden. Wir vertreten die Position, dass diese Gaben im normalen Leben der Gemeinde aufgehört haben, weil sie, wie wir sehen werden, ihre Funktion bereits erfüllt haben.

Die Bibel sagt nirgendwo, dass übernatürliche Geistesgaben wie die Gabe der Heilung, der Wunder oder der Unterscheidung aufgehört hätten, obwohl davon auszugehen ist, dass diese besondere Geistesgaben heute nur selten vorkommen. Viele angebliche Wunderheiler sind in Wirklichkeit nur Scharlatane.

Der Glaube ist ein für allemal überliefert worden

Wenn wir sagen, dass Gott noch heute redet, meinen wir nicht damit, dass Er uns neue Offenbarungen neben der Schrift schenkt, sondern dass Er durch die Bibel spricht oder uns Erkenntnisse schenkt, die wir aus der Heiligen Schrift zum Teil entnommen haben.

Wenn in der Predigt ein Pastor die Schrift richtig auslegt, erstellt er geistliche Zusammenhänge, die in irgendeiner Weise prophetisch sind (in diesem Sinne ist er ein Prophet!) aber er vermittelt grundsätzlich keine neuen Erkenntnisse. Weiterlesen „Offenbarungsgaben“

Die Schrift alleine

SchriftFast alle protestantischen Kirchen, sowohl die evangelikalen als auch die evangelischen Kirchen, berufen sich auf das Prinzip der Sola Scriptura. Was jedoch bedeutet der Begriff „Sola Scriptura“ eigentlich?

Eine einfache Antwort könnte lauten: die Heilige Schrift allein soll den Inhalt unseres Glaubens bestimmen.

Nur eine Kritik, die die Katholiken an uns richten, ist berechtigt: Wer bestimmt, dass eure Interpretation der Bibel die richtige ist?

Für die Katholiken selbst ist diese Frage einfach zu beantworten: das ist die Kirche; sie garantiert, dass diese Interpretation korrekt ist.

Viele evangelische Christen würden möglicherweise heute folgende Antwort geben: der Heilige Geist garantiert, dass ich mich nicht irre. Diese Antwort geben aber beispielsweise auch die Mormonen und ich persönlich bin davon überzeugt, dass ihr Verständnis von der Bibel von meinem eigenem Verständnis sehr abweicht. Demnach ist diese Antwort nicht zufriedenstellend. Weiterlesen „Die Schrift alleine“

1 Johannes 2, 20: Ihr habt alle das Wissen

In 1 Johannes 2, 20 lesen wir:

Doch ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und habt alle das Wissen.

Damals wurde der Hohepriester in Israel mit dem Öl des Heiligtums gesalbt. Gleicherweise wurde der Führer des Volkes mit einer Ölsalbung inthronisiert. Jesus wurde vom Vater selbst als Messias gesalbt und lässt den Christen an seinem Segen teilhaben. Mit Salbung ist hier die Gemeinschaft des Heiligen Geistes gemeint, eine Gabe, die ein Christ empfängt, wenn Gott ihn errettet. Dafür braucht man keine zweite Erfahrung, kein esoterisches Wissen, sondern alles geschieht bereits bei der Wiedergeburt.

Es sieht so aus, als ob die Kinder des Neuen Bundes durch den Heiligen Geist genug Wissen hätten, um in der Wahrheit selbständig zu wandeln. Bedeutet dies dann, dass sie keine Belehrung mehr brauchen? Können sie sich Pastoren und Lehrer sparen? Weiterlesen „1 Johannes 2, 20: Ihr habt alle das Wissen“

Bibeltreue und Irrtumslosigkeit der Schrift

In der Debatte um die Irrtumslosigkeit der Bibel wird von einigen evangelikalen Theologen versucht, eine neue Definition zur Bibeltreue zu formulieren. So behauptet zum Beispiel Gerhard Hörster, langjähriger Rektor am Theologischen Seminar des Bundes Freier Evangelischer Gemeinden, dass es in der Bibel um die Beziehung zu dem lebendigen Gott geht und nicht um sachliche Richtigkeiten (Vgl. Markenzeichen „bibeltreu“. Die Bibel richtig verstehen, auslegen, anwenden. Brunnen, 1990). Damit ist klar, dass da wo man keine sachliche Richtigkeit findet, Gottes Wort auch nicht zu finden ist

Für diese Theologen (G. Hörster, Heinzpeter Hempelmann und andere) ist man nicht bibeltreu, wenn man an der Unfehlbarkeit der Bibel glaubt, sondern wenn man die Bibel gleichzeitig als Gottes Wort und Menschenwort betrachtet. Weiterlesen „Bibeltreue und Irrtumslosigkeit der Schrift“