Theologie des Bundes

Die Bundestheologie ist ein wichtiger Bestandteil des reformierten Glaubens. Reformierte Christen, die eine andere Anschauung der Heilsgeschichte befürworten, wie zum Beispiel im Dispensationalismus, sind in ihrer Denkweise weitgehend inkonsequent.

Was ist mit dem Begriff Bund gemeint?

Ein Bund ist eine bindende Vereinbarung, die der souveräne Gott mit den Menschen, seinen Geschöpfen, schließt. Dabei verpflichten sich beide Parteien, ihren Teil der Vereinbarung zu erfüllen.

Welche Bünde hat Gott geschlossen?

In der Ewigkeit haben die drei Personen der Dreieinigkeit einen Bund der Erlösung untereinander abgeschlossen. In diesem Bund steht der Sohn als Vertreter für die noch nicht existierende Menschheit. Gott verspricht seinem Sohn ein Volk als Eigentum. Der Sohn verpflichtet sich für dieses Volk Mensch zu werden und am Kreuz zu sterben.

Nach der Schöpfung schließt Gott mit Adam und Eva einen Bund der Werke. Er verspricht ihnen Gemeinschaft mit Ihm und ewiges Leben, solange sie Gehorsam zeigen. Durch den Sündenfall wird dieser Bund gebrochen. Der Mensch wird vom Paradies vertrieben und ernt den ewigen Tod.

Gott handelt ab dann im Rahmen seines Gnadenbundes mit den Menschen:

  • dem Noah verspricht nach der Sintflut die Erhaltung der Schöpfung. Die Erde soll bis zum Ende bestehen und Gott verspricht im Rahmen seiner Vorsehung für das Wohl der Menschen zu sorgen. Das Zeichen dieses Bundes ist der Regenbogen.
  • mit Abraham schließt Gott einen Bund, indem er ihm ein Land und eine Nachkommenschaft verspricht. Das Zeichen dieses Bundes ist die Beschneidung.
  • Mose und dem Volk Israel verspricht der Herr ihr Gott zu sein und ihnen ein Land zu geben, das Er Abraham schon versprochen hatte. Das Volk Israel soll das Gesetz Gottes bewahren. Zeichen des Bundes sind die Beschneidung, das Passahmahl sowie andere blutige Zeremonien.
  • Dem David verspricht Gott eine ewige Herrschaft. Der Messias, der über Israel herrschen wird, soll ein Nachkomme Davids sein. Die Könige Israels sollen nur treu sein.
  • Der Neue Bund wird zwischen der Gemeinde und Gott abgeschlossen. Jesus Christus ist der Mittler dieses Bundes. Durch seinen Tod am Kreuz macht er Versöhnung zwischen Menschen und Gott möglich. Die Zeichen dieses Bundes sind die Taufe und das Abendmahl.

Was ist mit Gnadenbund gemeint?

Nachdem der erste Mensch abgefallen ist, hat er endgültig seine Willensfreiheit verloren und seine einzige Hoffnung ist, dass Gott ihm gnädig sei. Mit dem Gnadenbund verpflichtet sich Gott, seine Barmherzigkeit an die Erwählten zu zeigen. Natürlich sind seitens der Menschen gewisse Pflichten vorhanden: meistens wird Glaube (Vertrauen) verlangt aber auch zum Teil Gehorsam. Der größte Teil übernimmt aber Gott: Er will die Menschen seines Wohlgefallens zu sich ziehen und sie im Glauben erhalten.

Was ist der Unterschied zwischen dem Altem und dem Neuen Bund?

Mit dem Alten Bund ist nicht die Geschichte der Menschheit vor dem ersten Kommen Jesu gemeint, sondern der Bund, den Gott mit dem Volk Israel am Berg Sinai abgeschlossen hat. Dieser Bund ist äußerlich ein Bund der Werke, denn Gott verlangt die Einhaltung seiner Gesetze, um ewiges Leben zu erben. Eine Besonderheit dieses Bundes ist, dass er den Gnadenbund nicht ersetzt und durch sein Zeremoniell auf den kommenden Messias hinweist, sonst wäre für die Erwählten des Volkes Israels Erlösung nicht möglich.

Der Neue Bund wird durch den Tod Jesu eingeführt. Dies erfahren wir zum Beispiel im Matthäusevangelium:

Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.
Matthäus 26, 26-28

In diesem Bund wird seitens der Menschen Glaube verlangt. Dieser Bund kann von Gott nie gebrochen werden, von uns aber doch:

Eine wie viel härtere Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Bundes für unrein hält, durch das er doch geheiligt wurde, und den Geist der Gnade schmäht?
Hebräer 10, 29

Wir sollten verstehen, dass im Neuen Bund nur den Auserwählten Heilsgewissheit garantiert wird. Man kann als Christ den Glauben bekennen, ohne jedoch wiedergeboren zu sein.

Wo erneuert Gott seinen Bund mit uns heute?

Gott erneuert seinen Bund mit uns, wenn wir uns als Gemeinde versammeln. Durch die Verkündigung des Wortes und die Sakramente (Taufe und Abendmahl) werden wir immer wieder daran erinnert, dass Jesus Christus sein Leben für uns geopfert hat und uns als sein Volk erworben hat.

Wir werden in diese Gemeinde eingepfropft, wenn wir im Glauben annehmen, was Jesus für uns getan hat. Danach bekommen wir das Zeichen dieses Bundes: die Taufe. Kinder von Gläubigen dürfen dennoch dieses Wahrzeichen sofort bekommen, obwohl sie noch keinen Glauben zeigen. Später besteht für sie die Möglichkeit, diesen Bund zu erneuern, indem sie ihren Glauben öffentlich bekennen. Wer das aber aus Unglauben versäumt, wird vom Bund abgeschnitten.

Alle diejenigen, die zur Gemeinde gehören, werden auch an den Bund mit Gott erinnert, wenn sie gemeinsam das Abendmahl feiern. Dieses Privileg gehört ausschließlich denen, die den Glauben an den Herrn Jesus bekennen. Daurch wird ihr Glaube gestärkt. Deshalb sollte das Abendmahl so oft wie möglich administriert werden.

Warum behaupten bestimmte Christen, dass der Neue Bund mit Israel abgeschlossen wird?

Diese Behauptung ist nicht korrekt, denn Christen genießen bereits heute die Vorteile des Neuen Bundes. Der Hebräerbrief, obwohl er an Israeliten adressiert wurde, spricht klar darüber. Die Gemeinde (bestehend aus Juden und Heidenchristen) ist das „neue Israel“ mit dem dieser Bund abgeschlossen wird. Sicherlich hat das irdische Volk Israel erhebliche Privilegien, aber die alttestamentliche Verheißungen an diesem Volk sollen sich nach Römer 11 noch in dieser Zeit erfüllen. Die Bibel unterstützt kein Tausendjahrreich, in dem Verheißungen an Israel sich noch erfüllen sollten. Eine solche Auslegung verdreht den wahren Sinn der Prophetien.

20 Gedanken zu “Theologie des Bundes

  1. Hallo Jean-Louis,

    die Gemeinde (also die Kirche) ist das „eine“ „Israel“ mit dem Gott diesen Bund abschließt.

    Ein „neues Israel“ gibt es nicht, denn die Gemeinde stellt keinen Ersatz für irgendetwas dar, so dass eine so genannte Substitutionstheorie auch nicht der reformierten Theologie entspricht. Auch nach dem Alten Testament gibt es die Kirche als Israel. Man lese nur 2. Mose 19,5.6; 3. Mose 26,12; 2. Kor 6,16.

    Der „neue Bund“ erlaubt keine Rede von einer Ersetzung des Israelbundes durch einen anderen. Es gibt nur „einen“ ewigen Bund Gottes (Jer 32,40).

    Der mit Israel geschlossene Gnadenbund ist ein Bund besonderer Art – sui generis.
    Seine Zweiseitigkeit ist bestimmt von seiner einseitigen Begründung durch Gott,
    denn zum Bund hat ihn nicht Israel erwählt, sondern der Bund erwählt Israel.
    Nach 5. Mose 32,6 findet dieser Bund Israel als solches nicht etwa schon vor, sondern er schafft Israel !

    Die als christliche Kirche zu verstehende Gemeinde besteht daher aus Menschen, die zu Israel gemacht wurden.

    Israel ist folglich ein Qualitätsbegriff (vgl. 1. Mose 32, 28.29).

    Wichtig ist hierbei noch zu erwähnen, dass es Menschen sind, die in Christus Jesus sind, welcher der eine, d.h. der einzige Nachkomme Gottes ist, der sich das Prädikat „Israel“ anziehen darf (vgl. Gal 3,16).

    Denn dies ist der Bund – Jesus spricht in Lukas 22,20:

    „ … Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“

    Gnade und Frieden
    in Jesus

    Oliver

  2. christozentrisch

    Hallo Oliver,

    ich bin auch deiner Ansicht, dass Israel ein Qualitätsbegriff ist.
    Allerdings ist es nicht falsch, von einem Neuen Israel zu sprechen, wie man auch von einer alten Kirche sprechen kann. Das tun auch die Reformatoren.
    Es ist ähnlich mit dem Bund: es gibt nur EINEN Gnadenbund und trotzdem ist der Neue Bund neu.
    Jesaja verspricht einen neuen Exodus. Hesekiel 37 weist auch auf dieses Neue Israel hin. Jesus ist selbst das Neue Israel, das einzig und allein gehorsam ist. In ihm vereint ist die Gemeinde des Neuen Testaments auch ein Neues Israel.

    Liebe Grüße,
    Jean-Louis

  3. Hallo Jean-Louis,

    meiner Meinung nach ist Jesus selbst Israel und nicht nur „das Neue Israel“.

    Es ist richtig, wenn Du von Jesus als Israel schreibst,
    das einzig und allein gehorsam ist.

    Jesus war allerdings bereits am Anfang dabei, denn im Anfang schug Gott den Himmel und die Erde. Demnach wäre Jesus nicht nur „das Neue Israel“, sondern auch „das Alte Israel“.

    Für mein Empfinden ist Hebräer 13,8 richtig: „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.“

    Des Weiteren erachte ich hier in diesem Zusammenhang den Bibelvers in Römer 11,2 als für viel wichtiger, um aufzuzeigen, was besonders die (reformierten) Reformatoren zu sagen hatten: „Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er vorher erkannt hat.“

    Ein Volk – einen alten ewigen Gnadenbund – aber neu, weil er den alten Bund auf eine neue Grundlage stellt, so dass keine Sünde ihn aufheben kann. Von diesem Bund haben die reformierten Theologen der Reformationszeit geredet. Die Art und Weise des Exodus ist für mein Empfinden auch nicht neu, sofern man nicht unbedingt in Sachen Jesaja 52,11 einen zweiten Exodus nach der universitären Theologie zugrunde legen möchte. Diesen so genannten zweiten Exodus kann man zudem auch bereits vor dem eigentlichen Exodus erkennen, wenn man dies zu folgenden Verse erkennen möchte: 1. Mose19,12.13; 4.Mose 16,26; Jeremia 51,6; 2. Korinther 6,17;
    2. Timotheus 2,19.

    Für mein Empfinden hat der als zweite bezeichnete Exodus, der aber als der eigentliche und einzige Exodus gilt, eben etwas damit zu tun, dass nach 1. Mose 22,18; Galater 3,16.29 auf Jesus hingewiesen wird, der der eigentliche und alleinige Nachkomme Abrahams gelten solle.

    Hesekiel 37, 23.27; 1. Mose 17,8; 2. Mose 19,5.6 verweisen diesbezüglich auf Sacharja 13,9 und 2. Korinther 6,16, wonach es nur um die Art und Weise der neuen Grundlage geht, wie der alte und einzige ewige Bund ausgestaltet wird. Es heißt dort: „… und sie werden mir zum Volk und ich werde ihnen zum Gott sein.“

    Die Art und Weise der neuen Grundlage erhält dadurch auch wiederum die alte Funktion zurück, zu der der ewige Bund auch ursprünglich gedacht war, denn nach Hesekiel 37,26 heißt es, dass Gott mit seinem Volk einen Bund des Friedens schließt welcher ein ewiger Bund ist.

    Bund heißt hier in diesem Zusammenhang nach 1. Korinther 7,15 die Berufung der Gläubigen zum Reden (Frieden), denn ein Bund des Friedens werden sie sein – so meine Fußnote in meiner Bibel bei Hesekiel 37,26.

    Die neue Grundlage war also bereits eingeplant, so dass man eigentlich in diesem Sinne auch davon sprechen kann, dass die als den zweite Exodus bezeichnete Errettung praktisch gesehen der erste Exodus ist.

    Gnade und Frieden
    in Jesus

    Oliver

  4. Nach Calvin, Institutio II 10,2:

    „Der Bund mit den Vätern [im Alten Testament] ist im Wesen und in der Sache von dem unsrigen nicht zu unterscheiden, sondern ein und derselbe. Verschieden ist die äußere Darbietung.“

    zitiert nach: Eberhard Busch: Reformiert. Profil einer Konfession, TVZ-Verlag Zürich 2007, S. 90.

  5. christozentrisch

    Oliver,
    aus der ewigen Perspektive ist der Bund ein und derselbe und Israel und Kirche sind austauschbare Begriffe. Das Israel Gottes ist im AT eine Teilmenge vom Volk Israel und im NT eine Teilmenge von der sichtbaren Kirche.
    Aus der zeitlichen Perspektive kann man nicht ignorieren, dass von einem „alten“ Bund die Rede ist. Damit ist natürlich in erster Linie der Sinaibund gemeint, der irgendwie auch als eine Wiederholung vom Bund der Werke anzusehen ist. Ich glaube jedoch nicht, dass man ausschließlich den Sinaibund als „alt“ bezeichnen darf. Auch der Abrahamsbund beinhaltet, zumindest äußerlich, „alte“ Bestandteile (wie das blutige Zeichen der Beschneidung). Calvin hat diese Unterschiede in der Institutio aufgezählt (II, 11); er bezieht sie auch nicht nur auf den Sinaibund. Auch der Neue Bund ist äußerlich nicht perfekt: es gibt auch den Fall der Bundesbrecher. Ich sehe keine andere Möglichkeit als eine Unterscheidung der Perspektiven.
    In diesem Sinne ist die Gemeinde doch eine Neuerung.
    Gruß, Jean-Louis

  6. Hallo Jean-Louis,

    der Neue Bund kann nicht gebrochen werden und es gibt auch keine Bundesbrecher hierzu. Meines Erachtens gibt es gar keine Möglichkeiten der Perspektive, zwischen Altem Bund und Neuem Bund zu unterscheiden, denn die Gmeinde ist auch im Alten Testament vertreten, so dass es keine Neuerung der Gemeinde gab.

    “ … Denn alle Nationen sind unbeschnitten, und das ganze Haus Israel hat ein unbeschnittenes Herz.“ (Jeremia 9,25).

    Aber:

    „Denn weder Beschneidung noch Unbeschnittensein gilt etwas, sondern eine neue Schöpfung.“ (Galater 6,15).

    „Denn wir sind die Beschneidung, die wir im Geist Gottes dienen und uns in Christus Jesus rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen,“ (Philipper 3,3).

    „Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch ist die äußerliche Beschneidung im Fleisch Beschneidung; sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und Beschneidung ist die des Herzens, im Geist, nicht im Buchstaben. Sein Lob kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.“ (Römer 2,28.29).

    Das Israel Gottes ist im AT eine Teilmenge vom Volk Israel und im NT eine Teilmenge von der sichtbaren Kirche. Und hier stimme ich Dir zu, denn Du beschreibst und bestätigst quasi, dass es auch im AT bereits Gläubige gab, die an Jesus Christus glaubten.

    Die Aufforderung in 5. Mose 10,16, sich selber die Herzen zu beschneiden, steht insbesondere der Tatsache in 5. Mose 30,6 gegenüber, dass es Gott ist, der die Herzen beschneidet.

    Es ist Gott – Gott allein – denn nur Gott kann seinen eigenen Bedingungen voll genügen.

    Der Bund – egal ob nun Alt oder Neu – ist einseitig und zwar von Gott allein gegenüber den Menschen und aus diesem Grunde ist es auch unwesentlich, dass die Menschen jenen einen Bund nicht halten konnten, denn sie waren und sind auch nie fähig dazu, diesen Bund einhalten zu können.

    Dies ist das Paradigma, worum es hier geht.

    Gnade und Frieden
    in Jesus

    Oliver

  7. Weiterhin gelten noch folgende Bibelverse zu beachten:

    “ Und ich werde das Recht zur Richtschnur machen und die Gerechtigkeit zur Waage. …“ (Jesaja 28,17).

    “ Und so viele dieser Richtschnur folgen werden – Friede und Barmherzigkeit über sie und über das Israel Gottes ! “ (Galater 6,16).

    Gnade und Frieden
    in Jesus

    Oliver

  8. Hallo Jean-Louis,

    das Recht zur Richtschnur besteht in folgenden Elementen:

    Der Weg des Friedens, den die gottlosen Menschen nun einmal nicht kennen (vgl. Jesaja 59,8.9; Lukas 1,79; Römer 3,17), ist vor allem das Recht Gottes in der Gestalt Gottes und zwar als Geist des Rechts (vgl. Jesaja 28,5.6), welcher für den gläubigen Menschen außerdem eine Heldenkraft bewirkt, um den inneren Kampf ans Tor der Gerechtigkeit zu drängen. Die reformierte Lehre basiert vor allem auf das geistliche Prinzip des » Christus in Dir «, » denn ein Gott des Rechts ist der Herr « (vgl. Jesaja 30,18), um das Rechte zu tun vor seinem Vater, denn nur Gott, der Sohn, ist würdig vor Gott, dem Vater, seine Rechtsforderungen zu erfüllen.

    » Christus in Dir «

    durch den Heiligen Geist,

    der zudem der Geist des Rechts ist, zu welchem die göttlichen Liebe der Agape gehört, so dass wir sagen können:

    » Mit Recht liebt man dich. «

    (Hohelied 1,4), denn

    » Gott ist die Liebe «

    (vgl. 1. Johannes 4,7-21).

    Es besteht aus diesem Grund die reformierte Formel » finitum non capax infiniti « in allen Bereichen der reformierten Lehre und nicht nur in den Bereichen, die freikirchlich orientierte reformierte Christen für richtig halten.

    Der Mensch ist demnach nicht fähig, seine eigene Rechtfertigung vor Gott sowie seine Heiligung vor Gott zu betreiben, sondern es ist ausschließlich Gott, d.h. der Heilige Geist, sofern er in dem jeweiligen Menschen wohnen sollte (vgl. Römer 8,9).

    Gnade und Frieden
    in Jesus

    Oliver

  9. christozentrisch

    Oliver,
    du sagst: der Neue Bund kann nicht gebrochen werden…
    Oh doch, leider! Diejenigen, die im Bunde sind, sind nicht unbedingt wiedergeboren.
    Hebr 10,29 zum Beispiel ist klar genug:
    wieviel schlimmerer Strafe, meint ihr, wird derjenige schuldig erachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für gemein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat?
    Da auch müssen wir zwischen dem Bund aus der ewigen Pespektive und dem Bund als Mittel zum Zweck unterscheiden.
    Gruß, Jean-Louis

  10. Hallo Jean-Louis,

    es ist fraglich, ob die betreffende Person nach Hebräer 10,26 auch wiedergeboren war, denn nach dem Blut des Bundes wird man geheiligt, aber nach dem Geist der Gnade wird man im Sinne von Hebräer 10,26 und in Verbindung mit Jakobus 1,18 und 1. Petrus 1,23 aus dem unvergänglichen und durch das lebendige und bleibende Wort Gottes wiedergeboren.

    Beim Bund geht es vielmehr darum, dass die Heiligen das Königreich in Besitz nehmen und die Welt richten (vgl. Daniel 7,22; Matthäus 19,28, Lukas 12,32; 17,21; 22,30; 1. Korinther 6,2; Offenbarung 2,26; 20,4.

    „ Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. „ (Matthäus 19,28).

    Nach Hebräer 3,14 dürfen in diesem Kontext vernehmen, dass es zugleich auch um das Ausharren geht, sofern wir die anfängliche Grundlage bis zum Ende standhaft festhalten.

    Allerdings ist fraglich, ob es der Mensch ist, oder der Heiligen Geist ist, der in Dir ausharrt, die anfängliche Grundlage bis zum Ende standhaft festzuhalten bzw. zu bewahren.

    Für mich persönlich kommt nun eher Hebräer 6,1 in Betracht, » nicht wieder einen Grund zu legen mit der Buße von toten (nekros) Werken « , so dass ich mich der vollen Reife zuwende, die auf die Vollkommenheit abzielt, welche für mich bedeutet, dem Frieden im Sinne von Hebräer 12,14 nachzujagen, damit mir die Frucht der Gerechtigkeit in Frieden gesät wird, weil ich Frieden stifte (vgl. Jakobus 3,18; Jesaja 32,17). Dazu bemerke ich aber auch in Philipper 3,3, dass das Dienen hier meint, dem Geist Gottes zu dienen, so dass das Auf-den-Geist-säen im Sinne von Galater 6,8 nicht mein Verdienst ist. Insbesondere scheint das gehörte Wort keinen Nutzen zu bringen, sofern sich das Hören des Wortes nicht mit dem Glauben verbindet (Hebräer 4,2). Obwohl wir nun Täter des Wortes sein sollen (vgl. Jakobus 1,25; 2,12), so müsste dies jedoch auch mit dem Glauben verbunden sein, damit das eigene Reden des Wortes Gottes in den Geist hinein gesät wird. Allgemein stellt sich hier wohl die Frage, wie man überhaupt ein eigenes Bleiben in Jesus (vgl. Johannes 8,31.32.36; Jakobus 1,25) bewerkstelligen kann. Meiner Meinung nach geht dies nur durch den Heiligen Geist (vgl. 1. Johannes 4,7-21).

    Gnade und Frieden
    In Jesus

    Oliver

  11. Anna

    Hallo ich habe mal eine Frage, wie steht die Entwicklung der katholischen Kirche in Verbindung mit den Gnadenbünden Gottes bis hin zum neuen Bund?

    Warum ist es so wichtig dass die katholische Kirche die Nachrichten der Bünde weiterbringt an die Menschen?

  12. christozentrisch

    Die katholische Kirche vertritt diesbezüglich eine widersprüchliche Position.

    In der Bibelexegese unterscheidet sie oft mit Recht zwischen Verheißung und Gesetz. Sie betont die Einheit des Gnadenbundes im Alten und im Neuen Testament. Sie sieht zum Beispiel, dass der Abrahamsbund seine Erfüllung in dem Neuen Bund findet und unterscheidet ihn von dem Sinaibund (Gesetz).

    Leider liest man auch oft, dass das Gesetz Gnade vermittelt, dass der Bund in Jesus Christus eine Erneuerung des Sinaibundes ist. Die katholische Kirche meint ebenso, dass der Geist Gottes uns befähigen kann, das „neue“ Gesetz Christi zu halten. Gott spricht uns nicht nur gerecht, sondern macht uns gerecht, d.h. fähig, das Gesetz zu halten (justificare = justus-facere).

  13. rosti

    Christozentrisch, es ist alles schön und lieb was du schreibst, aber es scheint, du hast eine rege Phantasie oder bist in deiner Meinung sehr geprägt. Lies die Bibel induktiv, lass sie sich mit sich selbst auslegen und nicht deduktiv, mit vorgefasster Meinung. In der Bibel lese ich, dass Jeremia von Neuem Bund spricht und zwar zu Juden, Jesus spricht von Neuem Bund, zu Juden und auch der Hebräerbrief ist an Juden geschrieben. Das ist doch auffällig, oder? Wir Heidenchristen sind nur die wilden zweige, die in die Segnungen Gottes eingepfropft werden, zu den natürlichen – dem Volk Israel, mit seinen vielen Gottersverheissungen.
    Nicht böse sein, aber das musste ich loswerden.
    Gruß
    rosti

  14. christozentrisch

    rosti,
    vielen Dank für deinen Tipp! (1 Thess.5,21) Ich meine, ich lese die Bibel wie die meisten Christen sie 2000 Jahre lang gelesen haben.
    Da du nicht zum Volk Israel gehörst, tust du mir außerordentlich Leid. Du scheinst an Gott zu glauben aber du liest eine Bibel, die nicht für dich geschrieben wurde. Das Blut Jesu wurde auch nicht für deine Sünden vergossen, da du zu keinem Bund gehörst. Du wirst deswegen keine Vergebung bei Gott finden und hast letztendlich keine Hoffnung auf das ewige Leben.
    Christozentrisch

    1. Frage

      Das geht ja ganz schön weit, inwiefern hat man denn nach der dispensationalistischen Sicht keine Hoffnung wie du es hier implizit äußerst? Die wilden eingepropften Zweige gehören schleßlich auch zum Ölbaum, oder?! Ich verstehe das nicht so gut..kannst du es mir erklären?

      1. christozentrisch

        Das war selbstverständlich nicht ohne eine gewisse Ironie gemeint !!!
        Das Problem der klassischen dispensationalistischen Sicht ist, dass sie nicht begreifen will, dass die Gemeinde das Israel des Neuen Bundes ist, wie auch das damalige Israel die Gemeinde des Alten Bundes war. Wenn, gemäß einer zu buchstäblichen Exegese, die alttest. Prophetien sich nur auf das Volk Israel beziehen würden, dann sollten die Heidenchristen ihre Bibel erst ab der Apostelgeschichte anfangen zu lesen. Zum Glück gibt es Kapitel wie Galater 3,26-29 oder Epheser 3,5-6, die uns zeigen, was mit diesen alttest. Verheißungen gemeint war.
        Der Ölbaum von Römer 11 ist ein Bild für die gesamte Heilsgeschichte. Dieser Baum soll den EINEN Bund darstellen. Er vermittelt ein starkes Gefühl der Einheit. Der Stamm steht für die Patriarchen. Die natürlichen Zweige sind die Israeliten. Einige werden abgeschnitten (weil sie wegen ihrem Unglauben den Bund brechen). Wilde Zweige werden eingepfropft (die Heidenchristen). Bitte dabei nicht vergessen, dass der Ölbaum ein Bild für Israel ist!!! Diese wilden Zweige können aber auch abgeschnitten werden, wenn sie vom Glauben abfallen. Da der Ölbaum ein Bild für den Gnadenbund ist (mit seinen Verheißungen und Pflichten), ist sein Wachstum im Laufe der Geschichte dynamisch. Erst am Ende der Geschichte kann man sagen, dass er alle die Erwählten umfasst (und nur sie dann!) und sich nicht mehr ändert. Erst dann ist die Prophetie von Jeremia 31,34 vollkommen erfüllt und nur die Erwählten gehören letztendlich zu diesem Bund.
        Ich hoffe, das hat geholfen.

  15. Seidel

    Wie kann die bibel /gott rechferigen dass ein volk das lange zeit im heiligen land lebt vertrieben und gedemuetigt wird damit das auserwaehlte(ich dachte vor gott sind alle gleich?) volk nach 2000 jahren zurueckkehren soll und mit gewalt alles an sich reisst? fuer mich gottes anstiftung fuer krieg und blutvergiessen im namen der religion…..

      1. Kilot jr

        Hallo christozentrisch, kannst du mir erklären wo es steht, dass im alten Bund die Menschen durch das einhalten des Gesetze ewiges Leben bekommen sollten?

      2. Steht in 3.Mose 18,5:
        Darum sollt ihr meine Satzungen halten und meine Rechte. Denn der Mensch, der sie tut, wird durch sie leben; ich bin der HERR.
        Paulus zeigt aber im NT, dass es praktisch unmöglich ist, die Gebote Gottes zu halten. So wird das Gesetz, das gut ist, zum Fluch.

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