Strohmann-Argumente

Es erschreckt mich manchmal, wenn ich die Aussagen von bestimmten Gegnern des Calvinismus auf YouTube höre oder sie in Blogs lese. Einige dieser Argumente sind wirklich ungehörig. Warum fühlen sich Menschen, die offensichtlich in der Bibel nicht zuhause sind, berufen, so viele falsche Dinge über biblischen Lehren zu sagen und andere Glaubensgeschwister zu diskreditieren? Als ob Calvinisten vom Teufel wären? Diese Menschen reden oder schreiben abfällig über Dinge, die sie nicht einmal verstanden haben und die für andere Christen in der Kirchengeschichte sehr kostbar waren. Ich denke zum Beispiel an C.H. Spurgeon, der viel über die Gnadenlehren geschrieben hat und ein echter Segen für viele war und immer noch ist!

Sehr oft werden von den Kritikern des Calvinismus sogenannte Strohmann-Argumente verwendet. Darüber will ich gerade in diesem Artikel schreiben. Weiterlesen „Strohmann-Argumente“

ReFormation Jugendkonferenz 2010

Wie jedes Jahr am Reformationstag organisiert die Evangelisch-Reformierte Baptistengemeinde Wetzlar eine Jugendkonferenz. Chris Bennett aus England wird der Gastredner sein. Er ist Dozent am London Theological Seminary. Die Themen: Die Vorherrschaft Gottes, Vorsehung, Völlige Verderbtheit, Wirksame Berufung, Das erneuernde Werk Gottes im Leben des Gläubigen, Das Reich Gottes – erste Priorität der Gemeinde. Die Freizeit findet vom 29.10.-31.10.2010 in Siegbach-Tringenstein statt.

Die Versöhnung: begrenzt oder unbegrenzt?

Man hört oft von Christen, dass sie dem Calvinismus nur in 4 Punkten zustimmen (es sind 5 vorhanden!). Was sie nicht akzeptieren können, ist der dritte Punkt, der besagt: Jesus ist nur für die Erwählten gestorben. Man nennt diesen Punkt im theologischen Jargon: begrenzte Versöhnung.

Eigentlich gefällt mir das Adjektiv begrenzt auch nicht. Man könnte nämlich denken: das Wirken Gottes hat Grenzen. Aber wie einer gesagt hat, menschliche Sprachen sind begrenzt, wenn es darum geht, die großen Werke Gottes zu beschreiben. Mit begrenzt wird in Wirklichkeit gemeint, dass nur eine begrenzte Anzahl von Menschen die Früchte vom Tod Jesu am Kreuz wirklich erntet.

Die Schrift bestätigt in vielen Stellen, dass Jesus sein Leben für die Seinen gibt oder sein Blut für die Gemeinde vergießt:

Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.
Johannes 10, 14-15

So habt nun Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat.
Apostelgeschichte 20, 28 Weiterlesen „Die Versöhnung: begrenzt oder unbegrenzt?“

Johannes Calvin zum 500. Geburtstag

Johannes CalvinWir feiern 2009 den 500. Geburtstag von Johannes Calvin.

Geboren ist Calvin in Noyon, in der Picardie, am 10. Juli 1509. Anfangs hatte Calvins Vater beabsichtigt, seinen Sohn Theologie studieren zu lassen. Doch er ändert seinen Plan und lenkt ihn hin in Richtung Jura. Calvin beginnt vermutlich 1528 das Jurastudium in Orléans, einer damals sehr berühmten Fakultät. Er arbeitet verbissen und eifrig, lernte in wenigen Monaten Griechisch und lässt sich immer mehr von humanistischen Idealen beeinflussen. 1529 verlässt Calvin Orléans und studiert weiter in Bourges bei dem berühmten Juristen Alciat.
Nach dem Tod seines Vaters (1531) geht Johannes Calvin nach Paris; er ist jetzt unabhängig und widmet sich neben seinen juristischen vor allem literarischen Studien.

Der Mediziner Nikolaus Cop, Rektor der Pariser Universität, an der auch Calvin studiert, hält am 1. November 1533 in der Kirche des Mathurins eine Ansprache zur Semestereröffnung. Diese Ansprache, eine Auslegung der Seligpreisungen aus der Bergpredigt, ist inhaltlich ein Lob auf das Evangelium, Cop bekennt sich also zur Reformation. Die Franziskaner, in deren Kirche die Rede gehalten wird, bezichtigen Cop umgehend der Häresie, und einige Wochen nach der Rede flieht Cop aus Paris in seine Heimatstadt Basel. Sehr kontrovers wird in der Calvin-Forschung diskutiert, ob Cops Rede zum Teil jedenfalls von Calvin stammt. Wenn das stimmt, wäre Calvin schon im Herbst 1533 reformatorischer Gesinnung gewesen. Weiterlesen „Johannes Calvin zum 500. Geburtstag“

Reformiert oder Christ?

Glaubst du an Jesus oder an Johannes Calvin? Ist dir vielleicht die Institutio wichtiger als die Bibel? Bist du Reformiert oder Christ?

Leider erwecken oft reformierte Christen den Eindruck, dass ihre Bekenntnisse und die Bücher ihrer Lieblingstheologen einen höheren Platz einnehmen als die Bibel selbst. Ich war vor wenigen Tagen in ein Gespräch verwickelt, bei welchem mein Gegenüber mir unbedingt mitteilen wollte: deine Tradition ist gefährlich; du solltest lieber die Bibel ohne irgendwelche Brille lesen und dich dabei vom Heiligen Geist führen lassen.

Können wir wegen einer menschlichen Tradition von der Bibel abruschen? Warnt uns nicht der Apostel Paulus vor einer solchen Gefahr im 1 Korintherbrief, Kapitel 1:

(11) Denn es ist mir bekannt geworden über euch, liebe Brüder, durch die Leute der Chloë, dass Streit unter euch ist. (12) Ich meine aber dies, dass unter euch der eine sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere: Ich zu Apollos, der Dritte: Ich zu Kephas, der Vierte: Ich zu Christus. (13) Wie? Ist Christus etwa zerteilt? Ist denn Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft? Weiterlesen „Reformiert oder Christ?“

Kann ein Christ verloren gehen?

Der fünfte Punkt des Calvinismus spricht von der Beharrlichkeit der Heiligen. Damit wird unterstrichen, dass ein Christ, der durch die Wiedergeburt zu einem neuen Menschen geworden ist, dessen Sünden durch das kostbare Blut Christi gedeckt worden sind, seine Position als Kind Gottes nicht verlieren kann.

Diese Behauptung wirft viele Fragen auf: Was ist mit Heiligen gemeint? Was ist mit den Christen, die offensichtlich ihren Glauben abgeschworen haben? Treibt uns diese Lehre eventuell zur Faulheit?

Was ist ein Heiliger ?

Mit Heiligen sind keine Christen gemeint, die eine moralische Vollkommenheit erreicht hätten, wie die katholische Kirche es oft versteht, sondern einfach diejenigen, welche die Vergebung ihrer Sünden erfahren haben. Wenn die Bibel von einem Heiligen spricht, meint sie einen Sünder, den Gott erkauft hat und der seinem alten verkehrten Leben den Rücken gekehrt hat. Weiterlesen „Kann ein Christ verloren gehen?“