Eheschließung vor dem Standesamt… und vor der Kirche?

Wir erleben heute mit der sog. „Ehe für alle“ eine maßgebliche Neudefinition der Ehe durch die öffentliche Gewalt. Was bisher in den meisten Kulturen (auch nicht unbedingt judeochristlich) als Union zwischen einem Mann und einer Frau verstanden wurde, wird auf andere Formen von Lebensgemeinschaften erweitert: homosexuelle Lebensgemeinschaften zum Beispiel. Weiterlesen „Eheschließung vor dem Standesamt… und vor der Kirche?“

Ist es einer Frau gestattet, zu evangelisieren?

In der Geschichte gab es viele Frauen, die als Evangelistinnen gedient haben. In letzter Zeit könnte man zum Beispiel Kathryn Kuhlman erwähnen oder heute Joyce Meyer. In Deutschland sind uns Namen wie Sabine Ball oder Christina Brudereck (Riecke) geläufig, die unter jungen Leuten missioniert haben oder immer noch missionieren. Mit dem Aufkommen des Internets wenden sich immer mehr Frauen mit evangelischen Botschaften an die Menschen und behaupten sogar Gläubige belehren zu wollen.

Deshalb klingt es schon seltsam, wenn man fragt: Ist es einer Frau gestattet, das Evangelium zu sagen? Was sagt aber die Bibel zu diesem Thema? Weiterlesen „Ist es einer Frau gestattet, zu evangelisieren?“

Wo findet man das Reich Gottes?

Das Reich Gottes ist per Definition der Bereich, wo Gott herrscht. Gemeint ist sowohl seine Herrschaft im Himmel, seine Herrschaft auf Erden als auch seine Herrschaft in der Endzeit. Die Propheten des AT verkünden eine Zeit, wo die Erde voll von Erkenntnis der Ehre des HERRN werden wird, wie Wasser das Meer bedeckt (Habakuk 2,14).

Zur Zeit Jesu herrschten die Römer über Israel. Die frommen Juden erwarteten eine Befreiung, wie zur Zeit der Makkabäer. Das Problem war nicht nur, dass die Römer ihre politische Macht ausübten, sondern auch dass der römische Kaiser, wie damals Antiochus Epiphanes, immer mehr Einfluss auf das religiöse Leben haben wollte. Das war für die Juden undenkbar. Weiterlesen „Wo findet man das Reich Gottes?“

Das dialogische Prinzip des Gottesdienstes

modern_worshipVor langer Zeit hatte ich schon einen Artikel über das regulative Prinzip der Anbetung geschrieben. Regulativ heißt, dass die Bibel gewisse Regeln für den Gottesdienst aufstellt, wie zum Beispiel: Was zu einem Gottesdienst gehört und was nicht. In der Gemeinde, wo ich bin, gibt es zum Beispiel keine Gästegottesdienste. Das heißt nicht, dass wir nur unter Christen sind und bei uns keine Gäste willkommen sind. Nein, wir sind nur der Meinung, dass der Gottesdienst in erster Linie für Gottes Volk ist. Wir freuen uns natürlich, wenn Kirchenfremde bei uns das Evangelium hören wollen, aber wir denken nicht, dass bei uns ein Kabarett notwendig ist; wir bieten unseren Mitgliedern keine schauspielerischen Szenen, Pantomime oder ähnliche Kunststücke an.

Oh wie schade! Würdet ihr das tun, hättet ihr sicherlich mehr Zuschauer.

– Wir wollen aber keine Zuschauer haben, sondern Anbeter. Sicherlich wünschen wir uns manchmal eine größere Gemeinde, aber wir wissen, dass so etwas nur möglich ist, wenn Gott selbst Wachstum schenkt, nicht wenn wir den Menschen attraktive Programme anbieten. Wir gehen auf die Straße und predigen das Evangelium, und deshalb klatschen die Menschen nicht bei uns. Einige beschimpfen uns sogar, noch andere hören jedoch mit Neugier zu. Weiterlesen „Das dialogische Prinzip des Gottesdienstes“

Wie „unsichtbar“ kann Gemeinde sein?

Wenn man heute von Gemeinde spricht, ist es oft so, vor allem in evangelikalen Kreisen, dass man dazu alle Gläubige zählt, die jemals eine Entscheidung für Christus getroffen haben, egal ob sie Mitglied in einer Ortsgemeinde geworden sind, oder ob für sie der „Glaube“ Privatsache geblieben ist. Sicherlich gibt es auch viele Christen, die ab und zu eine Ortsgemeinde besuchen (oder wie Bienen von Gemeinde zu Gemeinde gehen), weil sie darin eine gewisse Notwendigekit sehen. Sie wollen sich aber durch keine Mitgliedschaft verpflichten. In den letzten Jahrzehnten sind auch zahlreiche Hauskreise entstanden, wo man zu Gott betet und über die Bibel diskutiert, ohne jedoch eine „offizielle“ Gemeinde werden zu wollen.

Können wir bei diesen Fällen von Gemeinde reden? In der Bibel wird Gemeinde zweierlei definiert:

  • Zum einen ist es der Leib Christi, d.h. alle echte Gläubige, die gerettet worden sind und zu Christus gehören, ob noch am Leben oder bereits beim Herrn. Man spricht von unsichtbarer oder triumphierender Kirche. Dieser „abstrakte“ Leib wächst ständig, solange der Herr nicht zurückgekommen ist.
  • Zum zweiten ist die Gemeinde eine klar definierte und sichtbare Institution auf Erden. Diese Gemeinde trifft sich an verschiedenen Orten; sie trägt aber immer gewisse Merkmale, ansonsten ist es keine wahre Gemeinde. Sie unterstellt sich dem Wort Gottes (der Bibel), sie verwaltet Ordnungen (oder Sakramente) wie Taufe und Abendmahl, die Jesus hinterlassen hat; sie praktiziert Gemeindezucht (oder Seelsorge).

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Das Wort richtig austeilen. Eine Widerlegung des Dispensationalismus

Viele Christen werden wohl das Wort Dispensationalismus nie gehört haben, und dennoch bestimmt diese Lehre vielleicht mehr als sie denken ihr eigenes Verständnis der Bibel.

Eigentlich könnte man dieses eher technische Wort so umschreiben: Lehre der Haushaltungen oder der Zeitalter. Die Dispensationalisten verstehen die Heilsgeschichte als eine Abfolge von Zeitaltern, die oft wenig miteinander zu tun haben : es gibt zum Beispiel das Zeitalter des mosaischen Gesetzes, das Zeitalter der Gnade oder das Zeitalter des tausendjährigen Reichs.

Die meisten Reformierten vertreten eine andere Ansicht: die sogenannte Theologie des Bundes.

Es ist aber nicht so, dass die Lehre des Dispensationalismus einheitlich ist. Wir finden einige Variationen:

  • C.I. Scofield sieht zum Beispiel als Hardliner 7 Zeitalter: Unschuld, Gewissen, menschliche Regierung, Verheißung, Gesetz, Gnade, Königreich.
  • E.W. Bullinger (nicht der Reformator!) unterteilt die Bibel so: Gott redet direkt zu einzelnen Menschen, Gott redet durch Propheten zu Israel, Gott redet durch seinen Sohn Jesus zu Israel, Gott redet durch die Apostel zu Israel, Gott redet durch Paulus zu den Nationen, Gott redet durch Johannes zu Israel.
  • In der Praxis werden wir oft mit einer vereinfachten Version zu tun haben: Zeitalter Israels, Zeitalter der Gemeinde, Tausendjähriges Reich. Weiterlesen „Das Wort richtig austeilen. Eine Widerlegung des Dispensationalismus“