Ein Retter aller Menschen?

Paulus sagt in 1.Timotheus 4, 10:

denn dafür arbeiten wir auch und werden geschmäht, weil wir unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben, der ein Retter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen.

Was meint Paulus, wenn er sagt, dass Gott ein Retter ALLER Menschen ist? Welche Bedeutung hat das Wort „Retter“ in diesem Fall? Lehrt Paulus, dass ALLE Menschen am Ende vom ewigen Tod gerettet werden sollen? Warum fügt er diesen Satz hinzu: besonders der Gläubigen? Wie soll man das Wort „besonders“ verstehen?

Wir werden in diesem Artikel vier Positionen anschauen und am Ende die beste herausstellen:

  • Die Position der Allversöhner.
  • Das Wort Retter bedeutet in diesem Kontext: Helfer.
  • Gott ist der Retter aller, die an Ihn glauben.
  • Es ist der Wille Gottes, dass Menschen gerettet werden, aber nur die Gläubigen werden gerettet.
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Ich werde alle zu mir ziehen

Was meint Jesus in Johannes 12, 32, wenn er sagt:

und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.

Es gibt zwei Interpretationen von diesem Vers, die man immer wieder hört und die ich persönlich für falsch halte:

  1. Die erste ist  die Interpretation der Allversöhner, die meinen, Jesus werde am Ende alle Menschen retten.
  2. Die zweite ist der Versuch der Armininaner, die reformierte Lehre der wirksamen (oder unwiderstehlichen) Gnade zu widerlegen.

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Hat der Mensch einen freien Willen?

Nirgendwo lehrt die Bibel, dass der Mensch nur eine Marionette sei, dass er gar keine Wahl hätte oder dass Gott die Menschen „vorprogrammiert“ hätte, ihn zu suchen oder ihn abzulehnen. So etwas haben weder Luther noch Calvin behauptet, als sie gelehrt haben, dass der Mensch keinen „freien“ Willen besitzt.

Was in Wirklichkeit gemeint ist, wenn wir von einem“unfreien“ Willen im Menschen oder von der völligen Verderbtheit des Menschen sprechen, ist, dass von sich selbst und ohne „wirksame“ Gnade Gottes kein Mensch zum Heil finden kann. Die Gegner dieser Lehre geben auch zu, dass ohne Gottes Gnade keiner gerettet werden könnte, sie bestreiten jedoch, (1) dass gar niemand Gott sucht und (2) dass wenn Gott sich ausreichend offenbart, der Mensch nicht die Fähigkeit hätte, die Gnade freilich anzunehmen. Sie sprechen deshalb von einer vorauslaufenden oder zuvorkommenden Gnade bei Gott. Weiterlesen „Hat der Mensch einen freien Willen?“

5 Dinge, die dem Evangelium schaden

Nach J.C. Ryle gibt es fünf Arten, dem Evangelium zu schaden:

  1. durch Substitution, indem wir die Person Christi durch etwas anderes ersetzen. Das kann eine Kirche, ein Amt oder sogar ein Glaubensbekenntnis sein.
  2. durch Hinzufügen, indem wir dem Motto „Christus allein“ noch etwas hinzufügen: die guten Werke zum Beispiel.
  3. durch Zwischenschaltung, indem wir zwischen Gott, Christus und uns weitere Vermittler zwischenschalten: die Heiligen, Maria…
  4. durch Unverhältnismäßigkeit, indem wir zweitrangigen Lehren oder Dinge zu viel Platz einräumen.
  5. durch Verwirrung, indem wir die einfachen Dinge des Glaubens zu kompliziert machen.

Erwählung ist bedingungslos

Die Begriffe Erwählung und Prädestination (Vorherbestimmung) sind zweifellos biblische Begriffe. Sie kommen häufig in der Bibel vor. Sie werden nicht nur im Zusammenhang mit dem Volk Israel oder mit bestimmten Schlüsselpersonen verwendet, wie Jakob und Esau in Römer 9, sondern beziehen sich auf alle Menschen. Gott ist ein Herrscher, der Einfluss auf das Schicksal aller Menschen nimmt.

Behaupten, dass Gott nur ein Beobachter der Geschichte ist, dass er sich passiv verhält, findet nirgendwo Halt in der Bibel. Alle Christen sind sich einig, dass Gott entscheidet, dass er handelt, dass niemand seinen souveränen Plan hindern kann. Alle sind sich auch einig, dass Gott viele seiner Entscheidungen vor Grundlegung der Welt getroffen hat.

Die strittige Frage ist folgende: Wie sehr bestimmt Gott das Schicksal der Menschen und auf welche Weise greift er in ihrer Geschichte ein? Da sind sich Christen bei weitem nicht einig. Erwählt Gott die Menschen bedingungslos, nach seinem Wohlgefallen, zum Heil oder erwählt er sie aufgrund bestimmter Einstellungen, die er in ihnen entdeckt? Weiterlesen „Erwählung ist bedingungslos“

Für wen starb Jesus Christus?

Zunächst erläutern wir, was Sühne bedeutet. Der theol. Begriff Sühne (oder auch Sühnung in der Elberfelder-Übersetzung) verweist auf das Erlösungswerk Jesu am Kreuz. Die Befreiung von der Schuld, die der Mensch auf sich geladen hat, aufgrund der Sünde, verlangt bei Gott eine Ausgleichsleistung, weil Gott heilig und gerecht ist. Weil der Mensch diesen Preis nicht selbst bezahlen kann, muss ihn einer an seiner Stelle bezahlen. Das tat Jesus Christus ein für alle Mal durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz. Mit diesem Tod ist Gott zufrieden, da die Sünde tatsächlich bestraft wurde und Gott somit dem reumütigen Sünder vergeben kann.

Was bedeutet in diesem Zusammenhang der Begriff „spezielle Sühne“ oder auch „begrenzte Sühne“? Es macht deutlich, dass das Erlösungswerk Christi von Anfang an nur denjenigen zugutekommt, die tatsächlich Gott um Vergebung bitten und an Jesus Christus glauben. In sich selbst ist das Werk Jesu nicht begrenzt und könnte für die ganze Welt reichen, aber es ist nur für diejenigen wirksam, die es in Anspruch nehmen. Diese wichtige Lehre der „speziellen Sühne“ gehört zu den sogenannten fünf Punkten des Calvinismus. Es heißt kurzgefasst: Jesus Christus ist nicht undifferenziert für die ganze Menschheit gestorben, sondern ausschließlich für diejenigen, die am Ende tatsächlich gerettet werden. Der wichtigste Gedanke dahinter ist, dass das Blut Jesu zu kostbar ist, um für Menschen vergossen zu werden, die Gott schmähen. Weiterlesen „Für wen starb Jesus Christus?“

Warum kommen so wenige Menschen zum Glauben?

Du bist mit Sicherheit Christ, wenn du diese Frage stellst. Ich vermute sogar, dass du in einem westlichen Land lebst. Würdest du in Afrika oder in Asien leben, hättest du sicherlich eine andere Erfahrung, denn dort kommen mehr Menschen zum Glauben als bei uns im Westen. Ein Bekannter von mir, der vor kurzem in einem Land der Sahara-Zone war, berichtete, dass zurzeit viele Muslime sich zum Christentum bekehren, wenn sie sehen, wie unbarmherzig ein gewisser Islam ist und wie geduldig manche Christen angesichts der Verfolgung reagieren.

Lass mich jetzt ein paar Antworten zu der Frage geben, warum so wenige Menschen in Westen zum Glauben kommen! Weiterlesen „Warum kommen so wenige Menschen zum Glauben?“