Ist der Molinismus biblisch?

Für viele bietet der Molinismus die ultimative Lösung in der Debatte über die Souveränität Gottes und den freien Willen des Menschen. Wir erinnern den Leser, dass in dieser Frage die klassischen Positionen einerseits der Arminianismus und andererseits der Calvinismus sind.

Arminianer verteidigen den Standpunkt, dass der Mensch eine „unbedingte“ Willensfreiheit besitzt. Sie argumentieren, dass Freiheit und harter Determinismus nicht miteinander vereinbar sind. Man nennt deshalb diese Position Inkompatibilismus. Würde Gott die Entscheidungen der Menschen vorherbestimmen, wäre der Mensch nicht wirklich frei und somit nicht verantwortlich für seine Taten.

Für Calvinisten sind souveräner Wille Gottes und eine gewisse Handlungsfreiheit des Menschen nicht unbedingt inkompatibel. Weiterlesen „Ist der Molinismus biblisch?“

Warum lässt Gott Leid zu? Die Theodizeefrage

leidGottfried Wilhelm Leibniz war glaube ich der Erste, der den Begriff Theodizee verwendet hat. Das tut er in seinem Buch „Essais de Théodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l’homme et l’origine du mal„. Der Begriff wird aus den griechischen Wörtern θεός (theós „Gott“) und δίκη (díke „Gerechtigkeit“) gebildet. Die Absicht von Leibniz war, die Aussagen des französischen Philosophs Pierre Bayle zu widerlegen (auf französisch!), der wegen seinem persönlichen Leidensweg behauptete, Gott sei entweder nicht allmächtig oder nicht gut. Das Problem der Theodizee besteht letztendlich in der Frage, wie die Existenz eines liebenden Gottes sich mit der Existenz des Übels oder des Bösen vereinbaren lässt.

A. Die menschliche Antwort

Im Teil A wollen wir uns zunächst mit den verschiedenen Antworten auseinandersetzen, die die Philosophen im Laufe der Geschichte zu dieser Frage gegeben haben. Wer meint, die Bibel hat sowieso die bessere Antwort, kann sofort zum Teil B übergehen. Weiterlesen „Warum lässt Gott Leid zu? Die Theodizeefrage“