Ist der Molinismus biblisch?

Für viele bietet der Molinismus die ultimative Lösung in der Debatte über die Souveränität Gottes und den freien Willen des Menschen. Wir erinnern den Leser, dass in dieser Frage die klassischen Positionen einerseits der Arminianismus und andererseits der Calvinismus sind.

Arminianer verteidigen den Standpunkt, dass der Mensch eine „unbedingte“ Willensfreiheit besitzt. Sie argumentieren, dass Freiheit und harter Determinismus nicht miteinander vereinbar sind. Man nennt deshalb diese Position Inkompatibilismus. Würde Gott die Entscheidungen der Menschen vorherbestimmen, wäre der Mensch nicht wirklich frei und somit nicht verantwortlich für seine Taten.

Für Calvinisten sind souveräner Wille Gottes und eine gewisse Handlungsfreiheit des Menschen nicht unbedingt inkompatibel. Weiterlesen „Ist der Molinismus biblisch?“

Heilsordnung

Beim Thema Heilsordnung (Ordo Salutis) geht es um folgende Frage: Welche Ereignisse spielen eine Rolle beim Heilserwerb und danach und in welcher Reihenfolge? Wenn wir diese Frage anders formulieren: In welcher Reihenfolge finden bestimmte Ereignisse statt, wie: Bekehrung, Glaube, Rechtfertigung, Heiligung ?

Für die meisten evangelikalen Christen scheint die Frage eher sinnlos. Für sie ist klar, dass man sich für Jesus entscheiden soll, bevor man gerettet werden kann. Und dennoch lehrt die Bibel etwas anderes! Sie lehrt, dass der Glaube auch ein Geschenk Gottes ist (Epheser 2, 5.8) und dass keiner sich entscheiden kann, es sei denn er ist bereits wiedergeboren.

Die Reihenfolge ist nicht: Ruf –> Glaube –> Erwählung –> Wiedergeburt –> Rechtfertigung –> Heiligung –> Verherrlichung

sondern:

Erwählung –> Ruf –> Wiedergeburt –> Glaube –> Rechtfertigung –> Heiligung –> Verherrlichung

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Kann ein Christ verloren gehen?

Der fünfte Punkt des Calvinismus spricht von der Beharrlichkeit der Heiligen. Damit wird unterstrichen, dass ein Christ, der durch die Wiedergeburt zu einem neuen Menschen geworden ist, dessen Sünden durch das kostbare Blut Christi gedeckt worden sind, seine Position als Kind Gottes nicht verlieren kann.

Diese Behauptung wirft viele Fragen auf: Was ist mit Heiligen gemeint? Was ist mit den Christen, die offensichtlich ihren Glauben abgeschworen haben? Treibt uns diese Lehre eventuell zur Faulheit?

Was ist ein Heiliger ?

Mit Heiligen sind keine Christen gemeint, die eine moralische Vollkommenheit erreicht hätten, wie die katholische Kirche es oft versteht, sondern einfach diejenigen, welche die Vergebung ihrer Sünden erfahren haben. Wenn die Bibel von einem Heiligen spricht, meint sie einen Sünder, den Gott erkauft hat und der seinem alten verkehrten Leben den Rücken gekehrt hat. Weiterlesen „Kann ein Christ verloren gehen?“

Die Lehre der bedingungslosen Erwählung

Die calvinistische Heilslehre wird in 5 Punkten zusammengefasst. Der zweite Punkt davon lautet: bedingunglose Erwählung.

Bedingungslose Erwählung heißt: Gott erwählt wen Er will und diese Entscheidung, die Er vor Grundlegung der Welt getroffen hat, hängt nicht von irgendwelchen Gehorsamsakten ab. Unter Gehorsamsakten wird auch der Glaube verstanden.

Diese Position wurde immer wieder kritisiert und viele empfinden sie als besonders ungerecht. Ich erwähne zum Beispiel Dave Hunt. In seinem Buch „What love is this?„, behauptet Hunt, was viele andere Christen nur leise denken: Gott wäre total grausam, wenn er die Möglichkeit hätte, alle Menschen zu erlösen und doch nur einige retten würde.

Die Lehre der bedingunglosen Erwählung ist schwer zu akzeptieren, das gebe ich zu. Dieser Mangel an Akzeptanz liegt zum einen an der Tatsache, dass wir uns schwer vorstellen können, dass jemand – sogar Gott – sich in unsere Privatsphäre einmischen könnte. Die Aufklärung hat dazu beigetragen, dass der moderne Mensch sich als autonome Persönlichkeit versteht. In Wirklichkeit zeigt uns die Heilige Schrift, dass unsere ganze Existenz von ihm abhängt: Denn in ihm leben, weben und sind wir (Apostelgeschichte 17, 28). Weiterlesen „Die Lehre der bedingungslosen Erwählung“