Was versteht man unter Sola Scriptura?

Der lateinische Begriff Sola Scriptura bedeutet übersetzt: Die Schrift alleine. Gemeint ist, dass die Heilige Schrift (die Bibel) ausreicht, wenn wir wissen wollen, was zu unserem ewigen Heil notwendig ist. Die Schrift vermag sogar noch mehr: laut 2.Timotheus 3,16 vermittelt sie uns alles, was wir brauchen, um vollkommen zu sein und Gutes zu tun. Sie dient also sowohl unserer Rechtfertigung als auch unserer Heiligung.

Was Sola Scriptura nicht bedeutet.

Sola Scriptura bedeutet nicht, dass die Bibel alles enthält, was wir über Gott und seinen Willen wissen wollen. Sie enthält auf jeden Fall, was absolut notwendig ist. Das heißt auch, dass es keine andere Lehre gibt, die wir unbedingt bräuchten, um selig zu werden, die wir nicht in der Bibel finden und uns eine menschliche Institution vermitteln sollte. Weiterlesen „Was versteht man unter Sola Scriptura?“

Der teleologische Gottesbeweis

puzzleDer dritte Gottesbeweis der theoretischen Philosophie wird teleologischer Gottesbeweis genannt (von griechischem telos: Zweck). Thomas von Aquin u.a. war der Meinung, dass die Welt zielgerichtet erschaffen wurde und fast alles auf Ordnung und Schönheit ausgelegt ist. Eine solche Organisation bedarf auf jeden Fall einer äußeren Ursache und diese Ursache muss intelligent sein. Aus „unintelligenter“ Materie kann die organisierte Welt, so wie wir sie kennen, nicht alleine entstanden. Ein Schöpfer-Gott muss deshalb existieren.

Der Psalmist konnte sagen:

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk.  Psalm 19,2

Heute würde man von „Intelligent Design“ sprechen. Die Befürworter eines solchen Intelligent Design führen folgende Thesen an:

  • Die Naturgesetze (vor allem die Naturkonstanten) sind ganz genau, wie sie sein sollten. Wären sie nicht so fein abgestimmt, wäre das Leben im Universum nicht möglich.
  • Die Evolution, wenn es eine gibt, muss gelenkt worden sein, um die heutige Welt zu erklären. Komplizierte Lebewesen können nicht zufällig entstanden sein.
  • Das sog. Prinzip der Entropie müsste jede komplexe Form von Leben verhindern.

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Der kosmologische Gottesbeweis

puzzleWir haben im letzten Artikel den sog. ontologischen Beweis erklärt. Jetzt schauen wir uns den zweiten Gottesbeweis der theoretischen Philosophie an: es handelt sich um den sogenannten kosmologischen Beweis.

Man könnte ihn so zusammenfassen:

  1. Alles, was einen Anfang hat, muss auch einen Grund haben.
  2. Selbst dieser Grund muss eine Ursache haben.
  3. Es muss eine erste Ursache geben, von der diese Ursache-Wirkungskette ihren Ausgang genommen hat.
  4. Dieser Ausgang ist Gott, der selbst keine Ursache hat.

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Der ontologische Gottesbeweis

puzzleIn der theoretischen Philosophie befasst sich die Ontologie mit der Frage des Seienden (auf griechisch, on: seiend). Wichtige Fragen, die die Ontologie versucht zu beantworten, sind: was ist möglich und was exitiert wirklich. Ein ontologischer Gottesbeweis ist deshalb eine Demonstration, wo man versucht, Gottes Existenz nur anhand logischer Schlussfolgerungen zu belegen.

Der Theologe Anselm von Canterbury war der erste, der sich mit dem ontologischen Gottesbeweis auseinandergesetzt hat. Für Anselm konnte man sich nichts Größeres und Vollkommeneres vorstellen als Gott. Existiert aber etwas, was man sich vorstellen kann, wirklich in der Realität? Anselm geht folgendermaßen vor:

  1. Der Mensch kann sich etwas ausdenken, das vollkommen ist und durch nichts übertroffen wird.
  2. Es gibt nur etwas Größeres als diese Vorstellung, nämlich wenn dieses Wesen nicht nur als Möglichkeit gedacht wird, sondern wirklich existiert.
  3. Es gibt nichts Größeres, das man sich ausdenken kann, als Gott. Wenn Gott wirklich existiert, dann ist er notwendigerweise größer als ein Gedanke.
  4. Deshalb muss Gott existieren.

Auch René Descartes hat diese Argumentation verwendet, um Gott zu beweisen.

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Es gibt keine absolute Wahrheit! Wirklich?

In diesem Artikel wollen wir uns mit folgender Aussage beschäftigen:

Es gibt keine absolute Wahrheit, deshalb ist die Behauptung Jesu, der Weg, die Wahrheit und das Leben zu sein, inakzeptabel. Es ist unzumutbar, wenn Christen voraussetzen, ein Mensch kann zu Gott ausschließlich durch Jesus kommen. Dadurch verachten sie andere Religionen, sowie die Menschen, die sie ernsthaft praktizieren.

Dazu antworten wir:

Wir leben in einer Zeit, wo Relativismus und Pluralismus zu herrschenden Prinzipien geworden sind. Toleranz ist ein wichtiges Motto geworden. Alle Ansichten müssen akzeptiert werden und jeder darf denken, was er will, solange er die Freiheit der anderen nicht einschränkt. Kurz zusammengefasst: Es ist verboten, zu verbieten. Weiterlesen „Es gibt keine absolute Wahrheit! Wirklich?“

Die Frucht des Heiligen Geistes

Bibeltext: 2 Petrus 1, 3-8

Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft. Durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt. So wendet alle Mühe daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit und in der Frömmigkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe die Liebe zu allen Menschen. Denn wenn dies alles reichlich bei euch ist, wird’s euch nicht faul und unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus.

Genauso wie die Frage der Geistesgaben ist die Frage der Geistesfrüchte ein Thema, das unter Christen zu zahlreichen Kontroversen führt. Vor allem herrscht oft eine große Verwirrung. Es gibt Christen, die Rechtfertigung mit Heiligung verwechseln und andere, die Heiligung mit Rechfertigung verwechseln Weiterlesen „Die Frucht des Heiligen Geistes“

Das Wort richtig austeilen. Eine Widerlegung des Dispensationalismus

Viele Christen werden wohl das Wort Dispensationalismus nie gehört haben, und dennoch bestimmt diese Lehre vielleicht mehr als sie denken ihr eigenes Verständnis der Bibel.

Eigentlich könnte man dieses eher technische Wort so umschreiben: Lehre der Haushaltungen oder der Zeitalter. Die Dispensationalisten verstehen die Heilsgeschichte als eine Abfolge von Zeitaltern, die oft wenig miteinander zu tun haben : es gibt zum Beispiel das Zeitalter des mosaischen Gesetzes, das Zeitalter der Gnade oder das Zeitalter des tausendjährigen Reichs.

Die meisten Reformierten vertreten eine andere Ansicht: die sogenannte Theologie des Bundes.

Es ist aber nicht so, dass die Lehre des Dispensationalismus einheitlich ist. Wir finden einige Variationen:

  • C.I. Scofield sieht zum Beispiel als Hardliner 7 Zeitalter: Unschuld, Gewissen, menschliche Regierung, Verheißung, Gesetz, Gnade, Königreich.
  • E.W. Bullinger (nicht der Reformator!) unterteilt die Bibel so: Gott redet direkt zu einzelnen Menschen, Gott redet durch Propheten zu Israel, Gott redet durch seinen Sohn Jesus zu Israel, Gott redet durch die Apostel zu Israel, Gott redet durch Paulus zu den Nationen, Gott redet durch Johannes zu Israel.
  • In der Praxis werden wir oft mit einer vereinfachten Version zu tun haben: Zeitalter Israels, Zeitalter der Gemeinde, Tausendjähriges Reich. Weiterlesen „Das Wort richtig austeilen. Eine Widerlegung des Dispensationalismus“