Gemeinschaftliche Erwählung in Römer Kap.9 ?

Römer 9 ist eine „harte Nuss“ für die Gegner der calvinistischen Prädestinationslehre, denn in diesem Kapitel scheint Paulus eine „bedingungslose“ Erwählung zu lehren.
Um die Schwierigkeit zu umgehen, vertreten deshalb immer mehr arminianische Ausleger eine Position, die in Römer 9 eine Erwählung von Gemeinschaften (oder Körperschaften) sieht. Der englische Begriff dafür lautet „corporate election“. Paulus würde nicht von der Erwählung einzelner Menschen (Individuen) reden, sondern von der Erwählung Israels als Volk, als Gemeinschaft. Ein bekannter Vertreter dieser Lehre ist in den USA Professor Leighton Flowers. In Deutschland veröffentlicht z.B. Wilfried Plock diese Position in http://www.apologia.info/gemeinschaftliche-erwaehlung.

Flowers behauptet zum Beispiel:

Erwählung bezieht sich auf die Erwählung eines Volkes in Christus, das er dazu bestimmt, heilig und tadellos in seinen Augen zu sein. Paulus betrachtet diese Erwählung als Ausdruck von Gottes Initiative als einem Gott der unendlichen Liebe, indem er uns als den endlichen Geschöpfen jeden geistlichen Segen durch das Erlösungswerk in seinem Sohn gibt.

Gott hätte also in der Heilsgeschichte nicht nur Israel erwählt, sondern auch im Neuen Testament die Gemeinde. Die Erwählung geschieht „in Christus“ und zu der „erwählten“ Gemeinde werden Menschen durch eine „freiwillige“ Entscheidung eingegliedert. Ein geschickter Weg also, das Problem der souveränen Wahl Gottes zu vermeiden! Auch der neoorthodoxe Theologe Karl Barth hatte die ähnliche Lehre vertreten, dass nur Christus „erwählt“ sei und ein Mensch weder erwählt noch verdammt wird. Weiterlesen „Gemeinschaftliche Erwählung in Römer Kap.9 ?“

Erwählung ist bedingungslos

Die Begriffe Erwählung und Prädestination (Vorherbestimmung) sind zweifellos biblische Begriffe. Sie kommen häufig in der Bibel vor. Sie werden nicht nur im Zusammenhang mit dem Volk Israel oder mit bestimmten Schlüsselpersonen verwendet, wie Jakob und Esau in Römer 9, sondern beziehen sich auf alle Menschen. Gott ist ein Herrscher, der Einfluss auf das Schicksal aller Menschen nimmt.

Behaupten, dass Gott nur ein Beobachter der Geschichte ist, dass er sich passiv verhält, findet nirgendwo Halt in der Bibel. Alle Christen sind sich einig, dass Gott entscheidet, dass er handelt, dass niemand seinen souveränen Plan hindern kann. Alle sind sich auch einig, dass Gott viele seiner Entscheidungen vor Grundlegung der Welt getroffen hat.

Die strittige Frage ist folgende: Wie sehr bestimmt Gott das Schicksal der Menschen und auf welche Weise greift er in ihrer Geschichte ein? Da sind sich Christen bei weitem nicht einig. Erwählt Gott die Menschen bedingungslos, nach seinem Wohlgefallen, zum Heil oder erwählt er sie aufgrund bestimmter Einstellungen, die er in ihnen entdeckt? Weiterlesen „Erwählung ist bedingungslos“

Für wen starb Jesus Christus?

Zunächst erläutern wir, was Sühne bedeutet. Der theol. Begriff Sühne (oder auch Sühnung in der Elberfelder-Übersetzung) verweist auf das Erlösungswerk Jesu am Kreuz. Die Befreiung von der Schuld, die der Mensch auf sich geladen hat, aufgrund der Sünde, verlangt bei Gott eine Ausgleichsleistung, weil Gott heilig und gerecht ist. Weil der Mensch diesen Preis nicht selbst bezahlen kann, muss ihn einer an seiner Stelle bezahlen. Das tat Jesus Christus ein für alle Mal durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz. Mit diesem Tod ist Gott zufrieden, da die Sünde tatsächlich bestraft wurde und Gott somit dem reumütigen Sünder vergeben kann.

Was bedeutet in diesem Zusammenhang der Begriff „spezielle Sühne“ oder auch „begrenzte Sühne“? Es macht deutlich, dass das Erlösungswerk Christi von Anfang an nur denjenigen zugutekommt, die tatsächlich Gott um Vergebung bitten und an Jesus Christus glauben. In sich selbst ist das Werk Jesu nicht begrenzt und könnte für die ganze Welt reichen, aber es ist nur für diejenigen wirksam, die es in Anspruch nehmen. Diese wichtige Lehre der „speziellen Sühne“ gehört zu den sogenannten fünf Punkten des Calvinismus. Es heißt kurzgefasst: Jesus Christus ist nicht undifferenziert für die ganze Menschheit gestorben, sondern ausschließlich für diejenigen, die am Ende tatsächlich gerettet werden. Der wichtigste Gedanke dahinter ist, dass das Blut Jesu zu kostbar ist, um für Menschen vergossen zu werden, die Gott schmähen. Weiterlesen „Für wen starb Jesus Christus?“