An jenem Tage – Ein Argument gegen den Prämillenarismus

Der Prämillenarismus ist die Endzeitlehre, welche vertritt, dass der Wiederkunft des Herrn ein tausendjähriges Reich folgen wird. Die alttestamentlichen Verheißungen an Israel sollen sich in diesem irdischen Reich erfüllen (siehe z.B. Jesaja 11).

Es gibt zwei Arten von Prämillenarismus:

  1. der sog. klassische Prämillenarismus.
  2. der dispensationalistische Prämillenarismus (der zum Beispiel in der Scofield-Bibel oder auch von John MacArthur vertreten wird).

Die folgende Übersicht zeigt den Unterschied zwischen den gängigen Meinungen bezüglich der Endzeit.

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Ist der Präterismus biblisch?

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Was die Lehre der Endzeit angeht, werden in den christlichen Kreisen zwei Auslegungstraditionen vertreten:

  • Eine überwältigende Mehrheit von Christen sind der Ansicht, dass die Wiederkunft des Herrn, das Endgericht und die Auferstehung der Toten Ereignisse sind, die noch in der Zukunft liegen. Sowohl Prämillenaristen als die meisten Amillenaristen und Postmillenaristen vertreten eine solche Lehre.
  • Dagegen sind „Präteristen“ der Meinung, dass diese Dinge ganz oder zum Teil in der Vergangenheit erfüllt wurden. Sie haben sich im Jahre 70 nach Christus erfüllt, als der Tempel von Jerusalem zerstört wurde.

Dabei ist es wichtig, einen Unterschied zwischen Vollpräteristen und Teilpräteristen zu machen. Teilpräteristen sind der Meinung, dass der sog. „Tag des Herrn“ und der Antichrist zu der Vergangenheit gehören; Jesus wäre auch im Jahr 70 (zumindest sinnbildlich) wiedergekommen. Teilpräteristen betrachten die leibliche Wiederkunft Jesu, die Auferstehung der Toten und das Endgreicht als noch nicht erfüllt. Aus diesem Grund ist ihre Position noch im Rahmen der Orthodoxie. Vollpräteristen sind dagegen der Meinung, dass wir sowohl keine Wiederkunft des Herrn als auch eine leibliche Auferstehung zu erwarten haben. Wenn Christen sterben, meinen sie, kommt ihre Seele in den Himmel und wird dort für immer bleiben. Der Kosmos wird auch kein baldiges Ende haben.

Wir wollen in dieser Studie zeigen, dass die Ansicht der Vollpräteristen zutiefst unbiblisch ist. Weiterlesen „Ist der Präterismus biblisch?“

Das Wort richtig austeilen. Eine Widerlegung des Dispensationalismus

Viele Christen werden wohl das Wort Dispensationalismus nie gehört haben, und dennoch bestimmt diese Lehre vielleicht mehr als sie denken ihr eigenes Verständnis der Bibel.

Eigentlich könnte man dieses eher technische Wort so umschreiben: Lehre der Haushaltungen oder der Zeitalter. Die Dispensationalisten verstehen die Heilsgeschichte als eine Abfolge von Zeitaltern, die oft wenig miteinander zu tun haben : es gibt zum Beispiel das Zeitalter des mosaischen Gesetzes, das Zeitalter der Gnade oder das Zeitalter des tausendjährigen Reichs.

Die meisten Reformierten vertreten eine andere Ansicht: die sogenannte Theologie des Bundes.

Es ist aber nicht so, dass die Lehre des Dispensationalismus einheitlich ist. Wir finden einige Variationen:

  • C.I. Scofield sieht zum Beispiel als Hardliner 7 Zeitalter: Unschuld, Gewissen, menschliche Regierung, Verheißung, Gesetz, Gnade, Königreich.
  • E.W. Bullinger (nicht der Reformator!) unterteilt die Bibel so: Gott redet direkt zu einzelnen Menschen, Gott redet durch Propheten zu Israel, Gott redet durch seinen Sohn Jesus zu Israel, Gott redet durch die Apostel zu Israel, Gott redet durch Paulus zu den Nationen, Gott redet durch Johannes zu Israel.
  • In der Praxis werden wir oft mit einer vereinfachten Version zu tun haben: Zeitalter Israels, Zeitalter der Gemeinde, Tausendjähriges Reich. Weiterlesen „Das Wort richtig austeilen. Eine Widerlegung des Dispensationalismus“

Die Wiederkunft Jesu

Manchmal frage ich mich, wenn ich bestimmte Christen höre, ob sie die Wiederkunft des Herrn überhaupt noch erwarten. Ich habe den Eindruck, dass  sich viele ein Leben nach dem Tod irgendwie vorstellen können, aber nur wenige auf die glorreiche Erscheinung unseres Herrn und auf die leibliche Auferstehung der Toten hoffen. Diese wichtigen Dogmen gehören jedoch unzertrennlich zu dem christlichen Glaubensbekenntnis. Es ist ein Merkmal der Endzeit, dass der Glaube vieler Mitmenschen erkalten wird. Es könnte sein, dass für sie die Parusie unseres Herrn zu einer unangenehmen Überraschung wird, wie für die törichten Jungfrauen in dem Gleichnis von Matthäus 25:

(11) Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! (12) Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. (13) Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.

Über diese Stelle möchte ich aber hier nicht reden, sondern über eine andere aus dem Brief, den Paulus an die Christen von Thessalonich schreibt:

Von den Zeiten und Stunden aber, liebe Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.
1 Thessalonicher 5, 1-2

Da ich weiß, dass Pretribulationisten eine andere Meinung vertreten, betone ich gerne, dass dieser Vers auch für Christen gilt. Weiterlesen „Die Wiederkunft Jesu“

Wird ganz Israel errettet?

Es wird den Reformierten vorgeworfen, sie würden in Bezug auf Israel eine Substitutionstheologie vertreten. Dieser Begriff bedeutet, dass das von Gott erwählte Volk Israel durch die Kirche ersetzt (substituiert) worden ist. So wäre die Kirche das neue Israel und hätte alle Verheißungen an Israel geerbt. Die Israeliten hätten in diesem Zusammenhang nur eine Zukunft innerhalb der Kirche.

Diese Behauptung entspricht aber nicht der Wahrheit; die von den Reformierten vertretene Bundestheologie sieht nicht vor, dass das neue sichtbare Reich der Kirche (so wie die Katholiken es verstehen) das alte irdische Reich Israels ersetzt hätte. Sie sieht eher eine verborgene Kontinuität zwischen dem Gnadenbund im Alten Testament und im Neuen Testament, in dem sich die Verheißungen an das Volk Israel wohl erfüllen können. Weiterlesen „Wird ganz Israel errettet?“

Das tausendjährige Reich: wörtlich oder allegorisch?

Das einzige Kapitel der Bibel, in dem von einem tausendjährigen Reich buchstäblich die Rede ist, ist Offenbarung 20. Es beschreibt wie ein großer Engel vom Himmel herunterkommt und Satan für 1000 Jahre in Ketten legt.
Je nach dem, ob man diese Worte wörtlich nimmt oder eher allegorisch, spricht man von Prämillenarismus – weil die Wiederkunft Jesu vor dieser Zeitperiode erfolgt – oder von Postmillenarismus und Amillenarismus.

Die römisch-katholische Kirche, so wie die lutherischen und reformierten Kirchen vergeistlichen diesen Text und vertreten in der Praxis eine Mischung aus Postmillenarismus und Amillenarismus. Wird der Text dagegen eher wörtlich ausgelegt, wie in den meisten Freikirchen und im pietistischen Milieu, erwarten die Christen ein Millenium unmittelbar nach der Wiederkunft Jesu. Weiterlesen „Das tausendjährige Reich: wörtlich oder allegorisch?“