Der Heilige Geist ist eine Person.

Ist der Heilige Geist nur eine unpersönliche Kraft oder ist Er die dritte Person der Dreifaltigkeit? Nicht nur die Zeugen Jehovas scheinen zu glauben, dass der Heilige Geist eine Kraft ist, sondern auch „angebliche“ Christen, wenn man manchmal hört, welche seltsame Vorstellungen sie vertreten und wie sie über ihn verfügen wollen.

Verse, die vermuten lassen, der Heilige Geist sei nur die Kraft Gottes

Bei der Betrachtung zahlreicher Verse, könnte man denken, der Heilige Geist sei nur die Kraft Gottes. Wir erwähnen hier nur wenige davon:

Ich aber bin voll Kraft, voll Geist des HERRN, voll Recht und Stärke, dass ich Jakob seine Übertretung und Israel seine Sünde anzeigen kann.
Micha 3, 8

Der Engel antwortete und sprach zu ihr (Maria): Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.
Lukas 1, 35

Mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft.
1 Korinther 2, 4 Weiterlesen „Der Heilige Geist ist eine Person.“

Jesus Christus, wahrer Gott

Vor ein Paar Tagen habe ich eine Einladung der Zeugen Jehovas erhalten: es ging um eine Konferenz über die Person Jesu. Ich unterhalte mich gerne mit den Zeugen Jehovas aber ich werde nicht diese Veranstaltung besuchen, weil ich schon genau weiß, was sie über Jesus Christus behaupten werden. Wie die Arianisten damals verwerfen nämlich die Zeugen Jehovas die biblische Lehre der Dreieinigkeit (oder Dreifaltigkeit). Für sie ist Jesus Christus ein Gott aber nicht der ewige Gott.

Die Bibel lehrt jedoch ganz klar – und dies an vielen Stellen, dass Jesus Christus der menschgewordene ewige Sohn Gottes ist. Er wurde nie erschaffen, sondern genießt eine ewige Gemeinschaft mit dem Vater und dem Heiligen Geist. Es ist heilsnotwendig, dass wir erkennen, wer Jesus wirklich ist.

Der Heidelberger Katechismus unterstreicht, wie notwendig es ist, dass unser Heiland wahrer Gott sei:

17. Frage: Warum muss er zugleich wahrer Gott sein?
Nur wenn er zugleich wahrer Gott ist, kann ein Mensch die Last des Zornes Gottes ertragen und uns die Gerechtigkeit und das Leben erwerben und wiedergeben.

In anderen Worten hätte eine andere Person als Gott selbst nicht die Macht, uns von der Sünde und deren Folgen zu erlösen. Weiterlesen „Jesus Christus, wahrer Gott“

Gottes Liebe vs Gottes Gerechtigkeit

Besteht ein Widerspruch zwischen der Gerechtigkeit Gottes und dessen Liebe? Ist Gott noch ein Gott der Liebe, wenn Er das Böse bestraft? Kann er noch vollkommen gerecht sein, wenn Er den Sündern vergibt?

Welche Konsequenzen hat Gottes Gerechtigkeit?

Gottes Gerechtigkeit und Gottes Heiligkeit sind untrennbar. Gott ist vollkommen heilig, gerecht und Er verabscheut Bosheit und Ungerechtigkeit. Das ist eine wichtige Aussage, die wir zum Beispiel im Alten Testament finden:

Deine Augen sind zu rein, als dass du Böses ansehen könntest, und dem Jammer (Unheil) kannst du nicht zusehen!
Habakuk 1, 13

Wenn Gott gerecht ist, das ist Er unbedingt, dann kann Er nicht das Böse ungestraft lassen. Das ist gerade, was der Prophet Habakuk verstanden hat. Da das Böse überall und zu jeder Zeit vorhanden ist, sollte Gott diesem Unheil sofort ein Ende setzen. Es ist aber nicht, was Er tut. Warum? Der Grund ist, dass Gott ohne ungerecht zu sein, sein Gericht über das Böse für eine gewisse Zeit aussetzt. Meistens übt Gott Geduld, in der Hoffnung, dass die Übeltäter ihre bösen Taten bereuen und sich versöhnen lassen. Um diesen Gedanken mit der Erwählungslehre zu vereinbaren, müssen wir verstehen, dass die Geduld Gottes nur bei den Erwählten zu einem glücklichen Ergebnis führt:

… Er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, daß jemand verlorengehe, sondern daß jedermann Raum zur Buße habe.
2 Petrus 3, 9 Weiterlesen „Gottes Liebe vs Gottes Gerechtigkeit“

Cur Deus Homo? Warum wurde Gott Mensch?

Warum wurde Gott Mensch? So lautet das Werk, welches Anselm von Canterbury am Ende des 11ten Jahrhunderts geschrieben hat. Es ist nicht meine Absicht, kurz vor Weihnachten, einen Artikel über die Satisfaktionslehre von Anselm zu schreiben! Mir geht es darum, folgende Frage zu klären: Warum die Menschwerdung? Warum kam der ewige Sohn Gottes unter uns? Ich möchte mich auch kurz fassen: Jesus kam nicht, um aus uns bessere Menschen zu machen; er kam, uns zu erlösen. Sein Kommen war eine Rettungsexpedition.

Heute ist es so, dass die meisten Menschen immer noch auf eine bessere Welt hoffen. Leider muss ich euch enttäuschen; die Welt wird nicht besser werden. Man braucht nur die konkreten Ergebnisse des Klimagipfels von Kopenhagen, der heute zu Ende kommt, zu sehen und man wird schnell feststellen, wie egoistisch und unverantwortlich der Mensch sein kann. Die Bibel warnt uns, dass Gott diejenigen richten wird, die die Erde vernichten. Wir sind alle betroffen.

…und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und zu vernichten, die die Erde vernichten.
Offenbarung 11, 18 Weiterlesen „Cur Deus Homo? Warum wurde Gott Mensch?“

Wozu hat Jesus Heilstaten vollbracht?

Der Gott der Bibel ist auch der Gott der Wunder, egal was die liberalen oder neo-othodoxen Theologen dagegen einzuwenden haben. Wenn es nicht so wäre, bliebe unser Glaube der Glaube an eine „platonische“ Idee. Nur die Tatsache, dass wir existieren, ist ein wahres Wunder, wie Jürgen Werth in einem Lied geschrieben hat:

… du bist kein Kind des Zufalls.

Nun gibt es auch viele Christen, die denken, Gott müsse sich immer durch Heilwunder offenbaren, um wahrgenommen zu werden. Dies widerspricht, was das Neue Testament sagt, denn:

…ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen.
Hebräer 11, 6

Während seinem dreijährigen Dienst hat Jesus zahlreiche Heilwunder vollbracht. Wir stellen deshalb die Frage: was bezweckte er damit? Weiterlesen „Wozu hat Jesus Heilstaten vollbracht?“

Gott erkennen und sich selbst erkennen

Folgende Worte sagt Calvin in seiner Institutio I,1,1 :

All unsere Weisheit, sofern sie wirklich den Namen Weisheit verdient und wahr und zuverlässig ist, umfaßt im Grunde eigentlich zweierlei: die Erkenntnis Gottes und unsere Selbsterkenntnis. Diese beiden aber hängen vielfältig zusammen, und darum ist es nun doch nicht so einfach zu sagen, welche denn an erster Stelle steht und die andere aus sich heraus bewirkt.
Es kann nämlich erstens kein Mensch sich selbst betrachten, ohne sogleich seine Sinne darauf zu richten, Gott anzuschauen, in dem er doch „lebt und webt“ (Apg. 17,28). Denn all die Gaben, die unseren Besitz ausmachen, haben wir ja offenkundig gar nicht von uns selber. Weiterlesen „Gott erkennen und sich selbst erkennen“

Warum lässt Gott Leid zu? Die Theodizeefrage

leidGottfried Wilhelm Leibniz war glaube ich der Erste, der den Begriff Theodizee verwendet hat. Das tut er in seinem Buch „Essais de Théodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l’homme et l’origine du mal„. Der Begriff wird aus den griechischen Wörtern θεός (theós „Gott“) und δίκη (díke „Gerechtigkeit“) gebildet. Die Absicht von Leibniz war, die Aussagen des französischen Philosophs Pierre Bayle zu widerlegen (auf französisch!), der wegen seinem persönlichen Leidensweg behauptete, Gott sei entweder nicht allmächtig oder nicht gut. Das Problem der Theodizee besteht letztendlich in der Frage, wie die Existenz eines liebenden Gottes sich mit der Existenz des Übels oder des Bösen vereinbaren lässt.

A. Die menschliche Antwort

Im Teil A wollen wir uns zunächst mit den verschiedenen Antworten auseinandersetzen, die die Philosophen im Laufe der Geschichte zu dieser Frage gegeben haben. Wer meint, die Bibel hat sowieso die bessere Antwort, kann sofort zum Teil B übergehen. Weiterlesen „Warum lässt Gott Leid zu? Die Theodizeefrage“