Warum lässt Gott Leid zu? Die Theodizeefrage

leidGottfried Wilhelm Leibniz war glaube ich der Erste, der den Begriff Theodizee verwendet hat. Das tut er in seinem Buch „Essais de Théodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l’homme et l’origine du mal„. Der Begriff wird aus den griechischen Wörtern θεός (theós „Gott“) und δίκη (díke „Gerechtigkeit“) gebildet. Die Absicht von Leibniz war, die Aussagen des französischen Philosophs Pierre Bayle zu widerlegen (auf französisch!), der wegen seinem persönlichen Leidensweg behauptete, Gott sei entweder nicht allmächtig oder nicht gut. Das Problem der Theodizee besteht letztendlich in der Frage, wie die Existenz eines liebenden Gottes sich mit der Existenz des Übels oder des Bösen vereinbaren lässt.

A. Die menschliche Antwort

Im Teil A wollen wir uns zunächst mit den verschiedenen Antworten auseinandersetzen, die die Philosophen im Laufe der Geschichte zu dieser Frage gegeben haben. Wer meint, die Bibel hat sowieso die bessere Antwort, kann sofort zum Teil B übergehen.

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Ausgeklügelte Fabeln

bibel-griechischViele liberale Theologen sehen in den Berichten des Neuen Testaments nur menschliche Erfindungen. Jesu Botschaft kann man nicht wirklich rekonstruieren und die Wunder, die man ihm zuschreibt, hätte er nie vollzogen. Die Evangelien hätten die Apostel beschönigt.

Sollte man glauben, dass Paulus dem auferstandenen Jesus begegnet ist? Wie kann man die plötzliche Bekehrung des großen 13. Apostels erklären? Saulus, ein überzeugter Verfolger der Gemeinde, wie kann er zu einem überzeugten Prediger der Guten Nachricht werden? Gerd Lüdemann hat seine Idee dazu: Paulus, der im Judentum bedeutungslos war, hat eine strategische Wende vollzogen und hat mit dem schlecht vermarkteten „Jesus“ eine Weltreligion gegründet.

Viele dieser modernen „Spezialisten“ stellen die Jünger Jesu entweder als Lügner oder skrupellose Fanatiker dar. In Wirklichkeit sind diese Ansichten nicht neu. Es gab bereits in der frühen Kirchen Menschen, die sie vertreten haben.

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Adam, wo bist du? – Schöpfung vs. Evolution

Anfang April hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in der Schöpfungsfrage ihre Position erläutert.

Vielleicht erinnern wir uns an diese Auseinandersetzung, als ein Biologielehrer der August-Hermann-Francke-Schule in Gießen (D) in die Kritik geraten war. Dazu hatte sich die hessische Kultusministerin zu Wort gemeldet. Die Theologin Karin Wolff war dafür, dass eine offene und sachliche Diskussion über dieses Thema in den Schulen stattfinden sollte.

Jetzt aber bekennt sich die EKD zur Theistischen Evolution und lehnt den sogenannten biblischen Kreationismus klar ab. Wer ernst genommen werden will, darf die wissenschaftlich etablierte Evolutionstheorie nicht antasten. Jeder sollte auch verstehen, dass man die Sympathisanten des Kreationismus nicht ernst nehmen kann.

Nach der Meinung der EKD betreiben Mitarbeiter von kreationistischen Organisationen wie die Studiengemeinschaft Wort und Wissen“ nur Pseudowissenschaft. Manchmal frage ich mich: Würde man mit den Kreationisten zurück ins Mittelalter kehren, wie behauptet wird? Wird hier nicht der Kreationismus zur Zielscheibe einer modernen Inquisition? Mich stört auch, dass die EKD sich der theologischen Konsequenzen dieser Stellungnahme nicht ganz bewusst ist.

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Wer, sagt ihr aber, dass ich sei? Die Jesusdebatte

Immer wieder entfachen neue Publikationen eine heftige Debatte über die Person Jesu. Was wäre die Zeitschrift „Der Spiegel„, wenn sie nicht regelmäßig neue Erkenntnisse über ihn veröffentlichen würde. Unzählige Bücher – oft sehr unsachlich – sind in den letzten Jahrzehnten über Jesus geschrieben worden. Wer hat noch nicht den Bestseller „Sakrileg“ von Dan Brown gelesen? 2006 wurde sogar eine Verfilmung des Buches angeboten: „The Da Vinci Code – Sakrileg“. In dem Film wirkt sogar ein renommierter Schauspieler wie Tom Hanks mit.

In diesen eher kritischen Porträts wird meistens die Frage gestellt: ist der Jesus der Evangelien wirklich der historische Jesus, oder hat uns die Kirche etwas vorgemacht?

Meinungen wie Sand am Meer…

Die Debatte um die Person Jesu ist nicht neu. Vielleicht ist es sinnvoll, hier einen kleinen (und sicherlich nicht ausführlichen) Überblick zu geben.

Schon damals war der Mann aus Nazareth ein Ärgernis für die Führer des Volkes Israel. Für sie war Jesus ein Betrüger, weil er behauptete, der versprochene Messias zu sein. Da dieses Bild nicht ganz in ihre Vorstellung passte, ließen sie ihn durch die römischen Besatzer kreuzigen. Sein Grab wurde bewahrt, damit keiner seinen Leib entwendet, um behaupten zu können, er sei auferstanden. Wenn wir den Evangelien glauben, half diese Maßnahme aber nicht, so dass sie die römischen Soldaten bestechen mussten, um diesen Gerüchten um seine Auferstehung ein Ende zu setzen.

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