Der kosmologische Gottesbeweis

puzzleWir haben im letzten Artikel den sog. ontologischen Beweis erklärt. Jetzt schauen wir uns den zweiten Gottesbeweis der theoretischen Philosophie an: es handelt sich um den sogenannten kosmologischen Beweis.

Man könnte ihn so zusammenfassen:

  1. Alles, was einen Anfang hat, muss auch einen Grund haben.
  2. Selbst dieser Grund muss eine Ursache haben.
  3. Es muss eine erste Ursache geben, von der diese Ursache-Wirkungskette ihren Ausgang genommen hat.
  4. Dieser Ausgang ist Gott, der selbst keine Ursache hat.

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Der ontologische Gottesbeweis

puzzleIn der theoretischen Philosophie befasst sich die Ontologie mit der Frage des Seienden (auf griechisch, on: seiend). Wichtige Fragen, die die Ontologie versucht zu beantworten, sind: was ist möglich und was exitiert wirklich. Ein ontologischer Gottesbeweis ist deshalb eine Demonstration, wo man versucht, Gottes Existenz nur anhand logischer Schlussfolgerungen zu belegen.

Der Theologe Anselm von Canterbury war der erste, der sich mit dem ontologischen Gottesbeweis auseinandergesetzt hat. Für Anselm konnte man sich nichts Größeres und Vollkommeneres vorstellen als Gott. Existiert aber etwas, was man sich vorstellen kann, wirklich in der Realität? Anselm geht folgendermaßen vor:

  1. Der Mensch kann sich etwas ausdenken, das vollkommen ist und durch nichts übertroffen wird.
  2. Es gibt nur etwas Größeres als diese Vorstellung, nämlich wenn dieses Wesen nicht nur als Möglichkeit gedacht wird, sondern wirklich existiert.
  3. Es gibt nichts Größeres, das man sich ausdenken kann, als Gott. Wenn Gott wirklich existiert, dann ist er notwendigerweise größer als ein Gedanke.
  4. Deshalb muss Gott existieren.

Auch René Descartes hat diese Argumentation verwendet, um Gott zu beweisen.

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Es gibt keine absolute Wahrheit! Wirklich?

In diesem Artikel wollen wir uns mit folgender Aussage beschäftigen:

Es gibt keine absolute Wahrheit, deshalb ist die Behauptung Jesu, der Weg, die Wahrheit und das Leben zu sein, inakzeptabel. Es ist unzumutbar, wenn Christen voraussetzen, ein Mensch kann zu Gott ausschließlich durch Jesus kommen. Dadurch verachten sie andere Religionen, sowie die Menschen, die sie ernsthaft praktizieren.

Dazu antworten wir:

Wir leben in einer Zeit, wo Relativismus und Pluralismus zu herrschenden Prinzipien geworden sind. Toleranz ist ein wichtiges Motto geworden. Alle Ansichten müssen akzeptiert werden und jeder darf denken, was er will, solange er die Freiheit der anderen nicht einschränkt. Kurz zusammengefasst: Es ist verboten, zu verbieten.

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Führen alle Religionen zu Gott?

Vor einigen Jahrhunderten hätte keiner in Europa eine solche Frage gestellt. Es stand außer Frage, dass das Christentum die einzig wahre Religion war. Wenn ich heute behaupten würde, dass meine Religion die einzig richtige ist, würde ich auf keine große Zustimmung stoßen. Es ist nämlich total modern zu denken, dass jeder irgendwie Recht hat, dass Glaube Privatsache ist und dass seine Meinung über die Meinungen der anderen zu stellen, inakzeptabel ist.

Was hat dazu geführt?

1.Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft und das Zusammenkommen der Kulturen in unserem „globalen Dorf“ zwingt irgendwie jeden, andere Religionen und Weltansichten zu akzeptieren, denn sonst wäre ein Zusammenleben unmöglich.

2.Viele unserer Mitmenschen spüren eine tiefe Abneigung gegen die „Kirche“ als Institution. Die letzten Skandale in der katholischen Kirche verstärken diesen Trend. Warum sollten diese Menschen nicht andere Spiritualitäten kennen lernen?

3.Die Aufklärung hat uns irgendwie in eine Sackgasse geführt. Da wir nicht mehr über Gott objektiv reden können, müssen wir uns mit relativen und subjektiven Aussagen begnügen: Das ist meine Meinung, ich denke, ich vermute…

4.Komischerweise findet eine Spaltung in der Gesellschaft statt: viele Menschen verwerfen mit Recht den religiösen Radikalismus, wo andere gerade in diesen Radikalismus verfallen, weil sie auf der Suche nach absoluten Werten sind, die ihnen in unserem multireligiösen System vorenthalten sind.

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Schöpfung und Evolution

Nach meiner Ansicht ist jemand kein echter Christ, wenn er nicht an einen Schöpfer-Gott glaubt. Als Christ gehe ich nämlich davon aus, dass der allmächtige Gott die Welt erschaffen hat und sie erhält. Aber wie hat Er die Erde geschaffen? Was glaubte zum Beispiel Jesus, der Mensch gewordene Gott, über die Schöpfung? Spricht die Heilige Schrift eindeutig über dieses Thema? Wie soll man den Schöpfungsbericht aus 1 Mose verstehen?

Einige können aber eine gute Ausrede finden: das Thema ist so kompliziert; ist eine Antwort auf diese Fragen wirklich enstcheidend? Blickt der Glaube nicht eher auf die Zukunft? Ich meine doch, die Schöpfungsfrage ist äußerst wichtig, weil andere wesentliche Themen, wie der Ursprung und die Vererbung der Sünde, die Notwendigkeit einer Erlösung und sogar die ganze Endzeitlehre davon abhängen.

Im Grunde trifft man bei dieser Debatte auf zwei Arten von Menschen: die Materialisten (oder genauer gesagt die Befürworter des philosophischen Naturalismus), die einen Schöpfer strikt ablehnen und deshalb die Evolutionstheorie entscheidend verteidigen und die Menschen, die an die Existenz eines Schöpfer-Gottes glauben und sich fragen, was sie von der Evolutionstheorie halten sollen – Die Pantheisten lasse ich außen vor; nach meiner Meinung ist ihr Ansatz nicht sehr weit entfernt von dem des Naturalismus.

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Bibel und Archäologie: Goliats Waffen

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Ein gutes Beispiel, wie willkürlich die Bibelkritik manchmal mit der Heiligen Schrift umgeht, finden wir in diesem Artikel unter http://www.bibelwissenschaft.de. Dort steht zum Punkt 2.2. folgende Aussage:

Die Überlieferung von 2 Sam 21,19, wonach Goliat von Elhanan erschlagen worden sei, könnte den Ursprung der Goliatüberlieferung gebildet haben. Auf einer späteren Traditionsstufe wurde Elhanan durch David ersetzt, der sich ebenso wie jener durch Scharmützel und Kämpfe gegen die Philister hervorgetan hatte.

Wann sollte diese Textänderung stattgefunden haben? Viel später selbstverständlich. Viele bibelkritische Archäologen, wie zum Beispiel Israel Finkelstein („Keine Posaunen vor Jericho“, „David und Salomo“…) sehen für solche Geschichten als früheste Zeit das 7te Jahrhundert vor Christus (Deuteronomisches Geschichtswerk) an.

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Die vier Auferstehungsberichte

leeres_grabWas ist der Kernpunkt des christlichen Glaubens? Mit Sicherheit ist es die Auferstehung Jesu. Wenn dieses wichtige Ereignis nie stattgefunden hätte, könnten Christen ihre Koffer packen. Paulus drückt es nicht sehr anders aus:

Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.
1 Korinther 15, 14

Es ist deshalb von höchster Wichtigkeit, dass wir die Zuverlässigkeit der neutestamentlichen Berichte über die Auferstehung Jesu prüfen. Wie viele Kritiker bemerkt haben, gibt es scheinbare Widersprüche zwischen den Auferstehungsberichten in den 4 Evangelien. Wir nehmen uns deshalb in diesem Artikel vor, zu zeigen, dass sich diese Diskrepanzen sehr wohl erklären lassen.

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