Rechtfertigung

Lutherdenkmal in Worms, Bild: Fabian Berg

Bisher waren sich die aus der Reformation entstandenen Kirchen und Gemeinden einig: der Sünder wird allein durch Gottes Gnade, allein durch den Glauben und auch allein durch Jesus Christus gerecht.

Mittlerweile herrscht in vielen evangelikalen Kreisen eine große Verwirrung bezüglich der Rechtfertigungslehre. Viele Glaubenspunkte wie dieser sind sehr schwammig geworden. Es ist nicht unüblich, solche Aussagen zu hören wie:

  • Gottes Gebote schaffen Leben und Freiheit.
  • Wer das Gesetz der Liebe hält, kommt bei Gott und den Menschen gut an.
  • Wir sollen das Evangelium leben, um verlorene Menschen zu gewinnen.

Wenn Christen so etwas behaupten, verwechseln sie nicht nur Gesetz und Gnade, sondern auch Treue und Glauben, Heiligung und Rechtfertigung. Im Grunde nähern sich diese evangelikalen Christen immer mehr der römisch-katholischen Lehre.

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Christsein und Verfolgung

Alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.

Mit dieser Unabwendbarkeit warnt Paulus in 2 Timotheus 3,12 seinen Mitarbeiter Timotheus. Paulus sitzt im Gefängnis und weißt, dass ihm nur wenig Zeit übrig bleibt, bevor er hingerichtet wird. Im Kapitel 4 sagt er:

Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Hinscheidens ist gekommen (V.6)

Seine Botschaft ist nicht neu. Sein Leben lang ist er in den Fußstapfen dessen gelaufen, der einmal sagte:

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
Matthäus 5, 10

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Die Frucht des Heiligen Geistes

Bibeltext: 2 Petrus 1, 3-8

Alles, was zum Leben und zur Frömmigkeit dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft. Durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil bekommt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Begierde in der Welt. So wendet alle Mühe daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit und in der Frömmigkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe die Liebe zu allen Menschen. Denn wenn dies alles reichlich bei euch ist, wird’s euch nicht faul und unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus.

Genauso wie die Frage der Geistesgaben ist die Frage der Geistesfrüchte ein Thema, das unter Christen zu zahlreichen Kontroversen führt. Vor allem herrscht oft eine große Verwirrung. Es gibt Christen, die Rechtfertigung mit Heiligung verwechseln und andere, die Heiligung mit Rechfertigung verwechseln

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Die heilsame Gnade Gottes

Advent sollte bei uns keine diffuse Freude auslösen sondern eine bewusste Freude. Advent (das Wort bedeutet Ankunft) blickt auf folgende Tatsache zurück: Jesus der Heiland ist der Welt erschienen. Das Fest erinnert uns auch daran, dass dieser Christus wieder kommen wird, diesmal aber als Herr für die, die seine Wiederkunft erwarten, oder als Richter für die anderen.

In seinem Brief an Titus verwendet Paulus an mehreren Stellen das Adjektiv heilsam. Im Kapitel 2 schreibt er zum Beispiel:

Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben
Titus 2, 11-12

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Ist jeder Christ ein Missionar?

Es ist traurig, festzustellen, wie viele evangelikale Christen Begriffe wie Mission oder Evangelisation missbrauchen können. Denken wir zum Beispiel an die ARD-Sendung Panorama vom 08.10.2009, die ein schlechtes Licht auf die die christliche Organisation Jugend mit einer Mission geworfen hat. Was dabei bedauerlich ist, ist nicht die Radikalisierung des Missionsgedanken (leider war der Bericht sehr unsachlich), sondern die Behauptung, dass junge unerfahrene Christen vollwertige Missionare oder Evangelisten sein können.

Das Amt des Evangelisten

Bei den meisten Evangelikalen ist der Gedanke fest verankert, dass Evangelisation darin besteht, Licht und Salz zu sein oder den eigenen Glauben im Sinne von 1 Petrus 3,15 zu verteidigen:

Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist,

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