Der Spross Davids

Und ein Spross wird hervorgehen aus dem Stumpf Isais, und ein Schössling aus seinen Wurzeln wird Frucht bringen.
Jesaja 11, 1

Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, um das Buch und seine sieben Siegel zu öffnen.
Offenbarung 5, 5

Eine Besonderheit des sozialen und religiösen Lebens in Israel war die Trennung folgender Ämter: Königtum, Priestertum und Prophetentum. Ein König durfte zum Beispiel kein Priester sein und ein Priester durfte auch kein König werden.

Jesus vereinigt aber in seiner Person alle drei Ämter:

  • Als Sohn Davids ist er König Israels.
  • Er ist ewiger Priester nach der Ordnung Melchisedeks.
  • Er ist das lebendige Wort Gottes; durch ihn hat Gott zuletzt geredet.

Jesus Christus ist nicht nur nach dem Hebräerbrief unser Hohepriester. Er wird auch nach mehreren alttestamentlichen Prophetien Spross Davids oder auch Wurzel Davids genannt. Als er auf Erde war, wurde er ihm oft der Titel Sohn Davids gegeben. Was bedeuten diese Bezeichnungen genau?

Es reicht nicht aus zu sagen, dass Jesus der Nachkomme Davids war, denn die Titel Spross oder Wurzel Davids haben eine tiefere Bedeutung. Um diese Wahrheiten zu verstehen, müssen wir uns vergegenwärtigen, was David für sein Volk bedeutete.

David war der beliebteste König Israels. Als solcher wurde er gesalbt; er war ein „Maschiach“ des Herrn. David wurde als Held betrachtet und war vom Volk geschätzt. Er hatte bereits als junger Kommandant mehr Ruhm als der König Saul selbst. Er war derjenige, der Israel von allen seinen Feinden befreit hat, so dass das Volk in Sicherheit leben konnte. Er hat auch Jerusalem als Hauptstadt gewählt und hat die Idee gehabt, einen Tempel für Gott zu bauen.

Davids Leben erinnert uns auch schattenhaft an das Leben unseres Herrn:

  • David war demütig und hatte einen starken Glauben;
  • sein Sieg über Goliath symbolisiert den Sieg Jesu über den Teufel;
  • David wurde früh als König Israels gesalbt, hat aber lange warten müssen, bevor er als König über dem ganzen Volk anerkannt wurde;
  • David konnte alle Nachbarländer unterwerfen und einen dauerhaften Frieden schaffen.

Gott hatte David versprochen, dass ein gerechter König aus seiner Nachkommenschaft später herrschen würde. Salomo war nur ein Schatten davon und als das Königtum im 6ten Jahrhundert ein Ende fand, weil die Stadt Jerusalem zerstört wurde und der letzte König Zedekia nach Babylon verschleppt wurde, hatte David keine Nachkommen mehr auf dem Thron.

Gott verspricht aber durch den Propheten Jesaja, dass nach langer Zeit ein Nachkomme Davids wieder auf dem Thron sitzen wird. Dieser König wird Spross des Herrn oder Spross Davids genannt:

An jenem Tag wird der Spross des HERRN zur Zierde und zur Herrlichkeit sein und die Frucht des Landes zum Stolz und zum Schmuck für die Entkommenen Israels.
Jesaja 4, 2

Die Entkommenen Israels, das sind bereits vorgeschattet die Israeliten, die aus der babylonischen Gefangenschaft ins Land zurückkommen werden. Mit dem Überrest sind aber die gemeint, die den Messias anerkennen wird. Nicht das ganze Volk wird nämlich an diesem Segen teilhaben, sondern nur diejenigen, die ihre geistliche Armut bekennen. Wenn der König kommt, werden auch etliche vom Volk zu Gott umkehren.

Danach werden die Söhne Israel umkehren und den HERRN, ihren Gott, aufsuchen und David, ihren König. Und sie werden sich bebend zum HERRN wenden und zu seiner Güte am Ende der Tage.
Hosea 3, 5

Nach seiner Umkehr wird sich das Volk die Leitung des Herrn wünschen, deshalb wird der Messias auch als Hirte beschrieben:

Und ich werde einen Hirten über sie einsetzen, der wird sie weiden: meinen Knecht David, der wird sie weiden, und der wird ihr Hirte sein. Und ich, der HERR, werde ihnen Gott sein, und mein Knecht David wird Fürst in ihrer Mitte sein. Ich, der HERR, habe geredet.
Hesekiel 34, 23-24

Der Sohn Davids wird Gerechtigkeit bringen. Der hebräische Begriff für Gerechtigkeit (zedek, zedakah) bedeutet so viel wie: Recht, Justiz, Treue, Loyalität.

Es heißt hier nicht nur, dass Gott sich als treu erweisen wird; auch das Volk wird sich in einer harmonischen Beziehung zu Gott befinden, denn der Messias wird seine Gerechtigkeit dem Volk zuschreiben.

Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da werde ich dem David einen gerechten Spross erwecken. Der wird als König regieren und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit im Land üben. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden und Israel in Sicherheit wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: „Der HERR, unsere Gerechtigkeit“.
Jeremia 23, 5

In diesen Tagen und zu dieser Zeit werde ich dem David einen Spross der Gerechtigkeit hervorsprossen lassen, der wird Recht und Gerechtigkeit üben im Land.
Jeremia 33, 15

Der Messias wird das Volk von seinen Feinden befreien, wie Zacharja es in seinem Lobpreis erkannt hat:

Er hat uns ein Horn des Heils aufgerichtet im Hause Davids, seines Knechtes
Lukas 1, 69

Interessanterweise wird dies nicht durch Vernichtung, sondern durch Bekehrung geschehen, denn der Messias soll auch von den Heiden anerkannt werden:

Und an jenem Tag wird es geschehen: der Wurzelspross Isais, der als Feldzeichen der Völker dasteht, nach ihm werden die Nationen fragen; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein.
Jesaja 11, 10

Paulus in Römer 15, 12 versteht diese Verheißung als einen missionarischen Auftrag:

Denn ich sage, dass Christus ein Diener der Beschneidung geworden ist um der Wahrheit Gottes willen, um die Verheißungen der Väter zu bestätigen; damit die Nationen aber Gott verherrlichen möchten um der Barmherzigkeit willen …Es wird sein die Wurzel Isais, und der da aufsteht, über die Nationen zu herrschen – auf den werden die Nationen hoffen.

Der Messias ist auch derjenige, der den Tempel des Herrn bauen soll. In diesem Tempel sollen zukünftig alle Nationen anbeten.

So spricht der HERR der Heerscharen: Siehe, ein Mann, Spross ist sein Name! Und es wird unter ihm sprossen, und er wird den Tempel des HERRN bauen.
Höre doch, Joschua, du, der Hohepriester, du und deine Gefährten, die vor dir sitzen – denn Männer des Wunders sind sie! Ja, siehe, ich will meinen Knecht, Spross genannt, kommen lassen.
Sacharja 3, 8

Wir erfahren im Neuen Testament, dass es sich in Wirklichkeit um einen geistlichen Bau handelt. In ihm zusammengefügt, wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn (Epheser 2, 21). Jesus vereint in diesem „Tempel“ Juden und Nicht-Juden. Das ist die große Lektion von Epheser Kapitel 3.

Das messianischen Reich Jesu entsteht deshalb nicht, wie sich die Israeliten vorgestellt haben.

  1. Zuerst musste der Messias eine vollkommene Gerechtigkeit als Fundament legen. Das konnte nur durch seinen aktiven Gehorsam, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung geschehen.
  2. Jetzt muss diese Gerechtigkeit die Herzen überwältigen.
  3. Das geistliche Reich des Messias soll sich so auf der ganzen Erde ausweiten.
  4. Erst am Ende wird der Messias zusammen mit seiner erneuten Gesellschaft auf einer neuen Erde ewig herrschen und die Prophetie ganz erfüllen.

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