Was ist das Evangelium?

Diese Woche fand in Chemnitz die Großevangelisation ProChrist 2009 statt. Ziel dieser Veranstaltung, die jede 3 Jahre organisiert wird, ist die Verkündigung des Evangeliums. Wer versucht, die heutigen Menschen mit der Guten Nachricht zu konfrontieren, weiß zu gut, wie schwer es ist, in ein tiefes Gespräch über den Glauben verwickelt zu werden, in dem die Möglichkeit besteht, das Evangelium zu sagen. Aus diesem Grund ist es eine wunderbare Chance, wenn Menschen sich zu einer solchen Evangelisation einladen lassen. Ich war deshalb sehr gespannt, wie Ulrich Parzany die Heilsbotschaft nahe bringen würde.

Nun, ich muss sagen, ich bin bis heute eher enttäuscht worden. Zwar waren die Themen gut gewählt und der Evangelist Ulrich Parzany ist jemand, der Vertrauen und Sympathie aufweckt. Die Menschen wurde in der Tat eingeladen, zu Jesus zu kommen, aber ich bezweifle, dass viele das echte Evangelium gehört haben und sich bewusst entscheiden konnten. Ich frage mich wirklich, warum die Botschaft Gottes nicht klarer rübergebracht wurde und mit mehr Inhalt. Ich befürchte, dass die Organisatoren vielleicht Angst hatten, es würde sich dann keiner mehr entscheiden. Wie schlimm, wenn die Bilder fast keine Menschen zeigen würden, die nach vorne gehen…  Zum Vergleich habe ich ein Paar Predigten von Charles Spurgeon gelesen und einen großen Unterschied festgestellt. Eine wird der Leser z. B. unter diesem Link finden: Bekehrt, getauft und glücklich geworden.

Aber was gehört zum Evangelium? Ist es nicht die Gute Nachricht, dass wir von Gott geliebt sind, wie ProChrist es verkündet? Ja, das stimmt, aber es it auch mehr: das Evangelium sagt die Wahrheit über Gott, über uns selbst, über Christus und über die Errettung.

Die Wahrheit über Gott

Wer das Evangelium verkündet, verpflichtet sich zuerst, die Wahrheit über Gott zu sagen. Aber was weiß man über Gott? Wir würden sehr wenig über Ihn wissen, wenn die Bibel uns nicht berichten würde, wer Gott ist und wie Er handelt. Dass Er allmächtig und Schöpfer aller Dinge ist, fällt sofort auf, wenn wir die Natur betrachten (Römer 1, 20). Die Bibel sagt aber auch, dass Gott ein Heiliger Gott und ein Gott der Liebe ist. Er ist heilig, ganz anders als unsere Vorstellungen und wir können Ihn nicht manipulieren, Ihn auf den Status eines Götzen herabsetzen. Das ist das, was im Vater Unser gemeint ist, wenn wir beten: Dein Name werde geheiligt.

Die Liebe Gottes ist keine billige Liebe. Gott ist kein schwaches Wesen, das die Menschen mit seiner Liebe werben will. In Wirklichkeit braucht Er sie nicht, denn Er findet in sich selbst das Objekt seiner Liebe (der Vater liebt den Sohn seit Ewigkeit her). Gott ist so reich an Liebe, dass Er für die Menschen davon viel übrig hat. Wenn Gott die Menschen liebt, ist Er bereit, das kostbarste für sie zu geben, auch wenn sie gegen Ihn rebelliert haben:

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Johannes 3, 16

Die Wahrheit über den Menschen

Der Mensch ist nicht aufgrund gewollter und ungewollter Probleme in eine Sackgasse geraten, so dass er jetzt Gott braucht, um eine neue Orientierung zu finden. Der Mensch, der die Liebe Gottes annehmen will, muss verstehen, wie elend sein eigener Zustand ist. Er geht aufgrund seiner Sünde ewig verloren und ist jetzt schon von Gott völlig getrennt. Wenn er weiter macht, wird er am Ende seines Lebens vor einem ewigen Richter stehen.

…sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten…
Römer 3, 23

Viele, wenn sie so etwas hören würden, würden behaupten, ihr Zustand ist doch nicht so schlimm und ihre Entscheidung neu überdenken.

Die Wahrheit über Christus

Jesus Christus ist nicht ein Mensch, der die Gesellschaft reformieren wollte und dazu ein Vorbild sein wollte. Er ist auch kein Versager gewesen. Nein, als Er in die Welt kam, war sein Ziel, die Menschen zu erlösen. Den enttäuschten Jüngern aus Emmaus erklärte er, was in der Heiligen Schrift über Ihn stand. Christus musste sterben, damit in Ihm die Forderungen des Gesetzes erfüllt werden und Er ein Stellvertreter für die Menschen werden konnte. Jesus ist das Lamm Gottes, dass sein Leben für die Schuldigen opfert, damit sie nicht durch den Engel der Zerstörung vernichtet werden.

Die Wahrheit über die Errettung?

Man wird nicht dadurch gerettet, wenn man denkt, dass Jesus ein toller Typ war. Es reicht nicht aus, sich für Ihn zu enstcheiden und sein Vorbild nachzuahmen. In dem Gleichnis vom Sämann erzählt Jesus, dass viele Menschen „wetterwendisch“ sind. Sie entscheiden sich mit Freude aber wenn die Umstände ungünstig sind, fallen sie gleich ab. Erlösung ist in Wirklichkeit ein Wunder, das der Mensch aus eigener Kraft nicht bewirken kann. Was die Bibel eine Wiedergeburt nennt, ist ein Wunder, das Gott vollzieht, wenn jemand vor Ihm kapituliert und sein volles Vertrauen auf Jesus setzt. Die ersten Christen wussten, wie teuer sich eine solche Entscheidung erweisen konnte. Heute noch, in vielen Ländern, müssen Neubekehrte mit dem Leben bezahlen, wenn sie Jesus nachfolgen wollen. Eine solche Entscheidung kann man nicht mit einer Versicherung vergleichen, die man abschließt, falls es doch ein Leben nach dem Tod gäbe. Diese Entscheidung bedeutet, dass man mit Jesus zu seinem alten Leben gestorben ist und von nun an mit Ihm leben will.

Eine Botschaft, die alle diese Punkte richtig betont hätte, hätte ich mir bei ProChrist gewünscht.

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