Die sieben Frauen, die sich an einen Mann klammern wollten

Als ich vor kurzem das Buch des Propheten Jesaja gelesen habe, bin ich auf eine seltsame Stelle gestoßen. Am Anfang des Kapitels 4 lesen wir folgendes:

Und sieben Frauen werden zu der Zeit „einen“ Mann ergreifen und sprechen: Wir wollen uns selbst ernähren und kleiden, lass uns nur nach deinem Namen heißen, dass unsre Schmach von uns genommen werde.
Jesaja 4, 1

Ein solcher Vertrag wäre in unserer heutigen Zeit, wo die Menschen von Individualismus so geprägt sind, nicht unüblich, aber ist war für die damalige Gesellschaft absolut undenkbar. Der Mann sollte seine Familie versorgen und sie schützen. Hier muss etwas schlimmes passiert sein, dass eine Frau solche Geständnisse machen will.

Jerusalem wird gerichtet

Gott spricht diese Worte durch den Propheten in einer schlimmen Zeit. Im Kapitel 3 wird das Gericht gegen Jerusalem verkündet: Die Menschen haben sich von Gott entfernt, deshalb wird sich Gott auch zurückziehen. Sie haben der Majestät Gottes widerstrebt (3, 8) und das Angesicht der Elenden zerschlagen (3, 15), deshalb wird Gott sie durch den Krieg zerstören. Besonders im Visier stehen die eitlen Frauen der Stadt. Sie waren die treibende Kraft; von ihrer Selbstsucht besessen haben sie ihre Männer gezwungen, die Armen auszubeuten. Sie wollten das höchste Glück auf Kosten von anderen erreichen, sie werden deshalb das größte Elend ernten.

Diese 7 Frauen aus dieser Geschichte sind übrig geblieben und haben alles verloren. Sie wünschen sich, dass ihre Schmach weggenommen wird.  Sie sind verwitwet und ohne Kinder, was für die damalige Zeit ein totales Scheitern war. Die Männer dieser Frauen waren beim Krieg gefallen (3, 25) und es besteht wenig Hoffnung, dass sie wieder ein neues Leben anfangen können.

Das Schicksal dieser Frauen kündigt die Zukunft der Menschen an, die ohne Gott leben und eines Tages alles verlieren werden, was sie auf dieser Erde angesammelt haben. Im Matthäusevangelium spricht Jesus folgende Worte:

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.
Matthäus 6, 19-20

Die Übriggebliebenen

In Jesaja, Kapitel 4, ab dem Vers 2, wird eine zukünftige messianische Zeit vorausgesagt. Gott wird sich dann wieder seinem Volk zuwenden. Die Erwartung des Volkes Israels war, dass Gott das Nachkommen Abrahams unzählbar machen und sie mit materiellen Segnungen überschütten werde. Aber die messianische Zeit soll nach einem Gericht kommen, wo nur wenige übriggeblieben sind. Zuerst muss der Herr den Unflat der Töchter Zions abwaschen (4, 4) und dann wird Gott sein Volk retten, wie Er sie damals aus der Sklaverei befreit hat. Die Bilder im Vers 5 erinnern uns sehr stark an den Auszug aus Ägypten.

Es besteht aber einen Unterschied: Damals haben sich viele Heuchler und Aasgeier dem erretteten Volk angeschlossen; im Neuen Bund wird der Weg zum verheißenen Land für die Unreinen versperrt bleiben:

Und es wird dort eine Bahn sein, die der heilige Weg heißen wird. Kein Unreiner darf ihn betreten; nur sie werden auf ihm gehen; auch die Toren dürfen nicht darauf umherirren.
Jesaja 35, 8

Was lernen wir daraus?

Im Neuen Bund wird es keine kollektive Errettung von Menschen geben, die sich als Christen bezeichnen aber nur ein Etikett tragen. Es wird nur eine kleine Menge gerettet, diejenigen die ihre geistliche Armut bekennen. Wer in das Reich des Himmels hineingehen will, muss sich erniedrigen, denn Jesus hat gesagt:

Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, damit, die nicht sehen, sehend werden, und die sehen, blind werden.
Johannes 9, 39

Jesus kann uns nur erlösen, wenn wir unsere Armut bekennen und Buße tun. Wer meint, er wäre etwas, hat bei Gott keine Chance:

Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten
Lukas 5, 31-32

Und dennoch wird diese kleine Schar die Herrlichkeit Gottes widerspiegeln. Sie wird heilig heißen (4, 3). Das ist die kleine Gemeinde, die Jesus erkauft hat:

Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei.
Epheser 5, 26-27

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