Ist Gott der Verursacher des Bösen?

Wir lesen in Jesaja 45, 7:

Ich mache das Licht und schaffe die Finsternis; der ich Frieden gebe und Unheil schaffe. Ich, der Herr, vollbringe dies alles.

In bestimmten Übersetzungen wie z.B. die alte Lutherbibel steht sogar, dass Gott das Übel schafft. Darf man deshalb sagen, dass Gott letztendlich der Verursacher des Bösen ist?

Nein! Die Bibel lehrt unmissverständlich, dass Gott keineswegs Böses im Sinn hat. Seine vollkommene Natur verbietet, dass ER das Böse erdenken kann. Das wird zum Beispiel in Habakuk 1, 13 bestätigt:

Deine Augen sind so rein, dass sie das Böse nicht ansehen können; du kannst dem Unheil nicht zuschauen. Warum siehst du denn den Frevlern schweigend zu, während der Gottlose den verschlingt, der gerechter ist als er?

Angesichts der Ungerechtigkeit, die im Land Juda geschieht und der unmittelbaren Invasion der Babylonier, versteht der Prophet Habakuk nicht, warum Gott ein solches Unrecht duldet, wenn ER vollkommen gut ist. Gott erklärt ihm, dass ER zwar die Gottlosen gebrauchen möchte, um sein Ziel zu erreichen (in diesem Fall, sein Volk zu bestrafen) aber dass auch die bösen Chaldäer am Ende zur Verantwortung gezogen werden sollen. Das mag für uns unverständlich sein, aber das ist letzendlich so, dass Gott wirkt. Der Herr sagt zu Habakuk diesen bekannten Vers als Trost:

Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben. Hab. 2, 4b

Einen ähnlichen Gedanken finden wir in Sprüche 16, 4. Dort steht:

Alles hat der Herr zu seinem bestimmten Zweck gemacht, sogar den Gottlosen für den Tag des Unheils.

Gott hat eine absolute Kontrolle über alle Ereignisse. Alles, was geschieht, dient im Grunde seinem Plan. Dieser Vers bedeutet jedoch nicht, wie einige ihn interpretiert haben, dass Gott den Gottlosen gegen seinen Willen zur ewigen Verdamnis prädestiniert hat. Gemeint ist, dass der Gottlose ein gerechtes Urteil auf sich zieht, wenn er nicht umkehrt. Die Heilige Schrift betont auch, dass Gott das Herz eines Menschen verhärten kann, wenn er in seiner Bosheit verharrt. Er überlässt ihn im diesem Fall seinen verkehrten Neigungen, ohne sich selbst zu beflecken. Ohne das Eingreifen Gottes, wäre das Übel in der Welt sogar noch schlimmer.

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