Ist der Gott der Bibel ein Gott des Krieges oder des Friedens?

Fall_of_JerichoEine Kritik, die man immer wieder hört, ist diese: Wenn die Bibel von einem Gott der Liebe spricht, warum hat dieser Gott die Vernichtung der kanaanitischen Völker angeordnet? Warum wird dieser Gott in der Bibel oft als Krieger dargestellt? Wird er nicht in der Lutherübersetzung Herr Zebaoth genannt, d.h. Herr der Heerscharen?

Wie lässt sich diese Beschreibung Jahwes im Alten Testament mit der Tatsache vereinbaren, dass der Messias, den er schicken will, Friedefürst genannt wird. War nicht Jesus ein Prophet des Friedens? Hat er nicht seinem Jünger Petrus im Garten Gethsemane folgendes gesagt:

Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Matthäus 26,52

Wie sollen wir diese Gegensätze verstehen? Ist letztendlich Gott für Frieden oder für Krieg?

Die Gegensätze in der Bibel

Der Prophet Maleachi verkündet im Kap. 4 seines Buches (bzw. 3,19):

Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden, spricht der HERR Zebaoth, und er wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen.

Vor ihm hat auch der Prophet Joel das Volk Isarel mit solchen Worten gewarnt:

Blast die Posaune zu Zion, ruft laut auf meinem heiligen Berge! Erzittert, alle Bewohner des Landes! Denn der Tag des HERRN kommt und ist nahe, ein finsterer Tag, ein dunkler Tag, ein wolkiger Tag, ein nebliger Tag!  Joel 2,1

Neben diesen schrecklichen Ankündigungen finden wir Verheißungen, dass Gott den Frieden auf Erden will. Der Prophet Jesaja zum Beispiel verkündet im Kapitel 2 seines Buches:

Dies ist’s, was Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat über Juda und Jerusalem:  Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des HERRN!

Friede ist nur möglich, da wo Gerechtigkeit herrscht

Wir Menschen des 21ten Jahrhundert neigen oft dazu, einen billigen Frieden zu suchen. Es ist uns oft egal, wenn Krieg in anderen Ländern herrscht, Voraussetzung wir sind nicht betroffen. Kriegsflüchtlinge können sich an der Grenze der EU versammeln, wie es zurzeit der Fall ist, es lässt uns kalt. Im Grunde sind die Probleme dieser Menschen nicht unsere Probleme. Ist es nicht so?

Seien wir ehrlich! Wir verpönen die Völker, die nicht in Frieden untereinander leben können, aber in Wirklichkeit wollen wir nicht einmal die Gründe verstehen, die zu einem Krieg führen. Könnte es aber sein, dass wir zum Teil eine Verantwortung für diese Kriege tragen? Ist unsere Weltordnung nicht der Grund für die Instabilität in vielen Regionen der Erde? Schafft unser hochgelobtes Wirtschaftssystem nicht große Ungerechtigkeiten in der dritten Welt? Wer verkauft am meisten Waffen an diese Länder?

Gott ist entsetzt, wenn er sieht, dass Ungerechtigkeit herrscht. Schauen wir mal, was er seinem Volk (dem Volk Israel) durch den Propheten Amos sagt:

Verkündigt in den Palästen von Aschdod und in den Palästen im Lande Ägypten und sprecht: Sammelt euch auf den Bergen um Samaria und seht, welch ein großes Zetergeschrei und Unrecht darin ist! Sie achten kein Recht, spricht der HERR; sie sammeln Schätze von Frevel und Raub in ihren Palästen. Darum spricht Gott der HERR: Man wird dies Land ringsumher bedrängen und dich von deiner Macht herunterreißen und deine Häuser plündern.

Gott verkündet, dass er diese Ungerechtigkeit nicht länger tolerieren will. Wie will er dagegen vorgehen? – Indem er den Krieg gegen sein Volk sendet. Andere werden die Reichtümer der Menschen plündern, welche die Armen ausgebeutet haben.

Gott wird diese böse Welt richten

Gott offenbart sich zwar als Gott der Liebe, der den Frieden will; er ist auch ein heiliger und gerechter Gott. Das bedeutet, dass er bei Ungerechtigkeiten nicht einfach zusehen kann und sie bestrafen soll. Gott tut das durch zeitlich begrenzte Gerichte, die dazu führen, dass ungerechte Systeme abgeschafft werden. Gott gebraucht dazu sogar andere ungerechte Systeme.

Der Prophet Habakuk ist empört, wenn Gott ihm diese Wirklichkeit offenbart, Er sagt:

Aber du, HERR, mein Gott, mein Heiliger, der du von Ewigkeit her bist, lass uns nicht sterben; sondern lass sie uns, o HERR, nur eine Strafe sein, und lass sie, o unser Fels, uns nur züchtigen. Deine Augen sind zu rein, als dass du Böses ansehen könntest, und dem Jammer kannst du nicht zusehen! Warum siehst du dann aber den Räubern zu und schweigst, wenn der Gottlose den verschlingt, der gerechter ist als er? Du lässt es den Menschen gehen wie den Fischen im Meer, wie dem Gewürm, das keinen Herrn hat.  Habakuk 1,12-14

Gottes Antwort ist:

Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben. Habakuk 2,4

Auch wenn wir nicht verstehen, warum Gott das Böse zulässt, sollen wir ihm vertrauen. Er ist ein gerechter Gott.

Der Apostel Paulus warnt in seinem 1. Brief an die Thessalonicher, dass ein Tag kommen wird, wo Gott die Welt richten wird. Er sagt im Kapitel 5, V. 2-3:

Der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Wenn die Menschen sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr -, dann wird sie das Verderben schnell überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau und sie werden nicht entfliehen

In anderen Worten: es wird eine Zeit kommen, wo die Menschen den Eindruck haben werden, dass sie alle Probleme gelöst haben. Sie werden der Meinung sein, dass es einen dauerhaften Weltfriede geben wird. Gerade in diesem Augenblich wird Gott seinen Sohn schicken, um die Welt zu richten und ihre Ungerechtigkeit aufzudecken,

Friede ist nur in Christus möglich

Gottes Absicht war vom Anfang an über diese Welt zu regieren, denn dauerhafter Friede ist nur möglich, da wo Gottes Gebote beachtet werden. Der Mensch hat sich dennoch von seinem Schöpfer abgewandt und seine eigenen Regeln aufgestellt.

Gott hat seinen Sohn Jesus Christus auf diese Erde gesendet, aber die Menschen haben ihn nicht friedlich empfangen, so dass Jesus sagen konnte:

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Matthäus 10,34

Jesus wollte damit sagen, dass seine Botschaft auf Widerstand stoßen wird und man sogar seine Jünger umbringen wird. Der Grund dafür ist, dass der Mensch ein böses und unversöhnliches Herz hat. Dieses böse Herz muss Gott in uns erneuern, bevor wir überhaupt erfahren können, was Friede ist.

Eine wichtige Voraussetzung für den zwischenmenschlichen Frieden ist deshalb, dass wir zuerst Frieden mit Gott schließen. Dies geschieht, wenn wir uns zu Gott hinwenden und glauben, dass Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Wer an ihn glaubt, bekommt die Vergebung seiner Sünde und ist in Frieden mit Gott.

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird. Römer 5,1-2

 

 

 

 

 

 

 

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