Seit 2001 ist es in Deutschland für zwei Menschen gleichen Geschlechts möglich, eine eingetragene Lebenspartnerschaft zu schließen. In anderen Ländern wie die USA, England, Frankreich, Spanien ist es ihnen sogar möglich, einen sogenannten „Ehevertrag“ zu schließen. Es ist in Deutschland nur eine Frage der Zeit, bis diese Möglichkeit auch homosexuellen Paaren angeboten wird.

Jetzt werden viele sagen: Es ist gut so! Was könnte verhindern, dass zwei Menschen gleichen Geschlechts, die sich lieben und sich gegenseitige Treue versprechen, auch diese gefestigte Form der Gemeinschaft genießen. Viele „Kirchen“ haben es verstanden und erteilen schon ihren Segen über solche „Eheschließungen“.

Dafür müssen sie aber eine Rechtfertigung entweder in der Tradition oder in der Bibel suchen. Die Evangelische Kirche in Deutschland, die z.B. zu solchen Kirchen gehört, meint sie auch in der Bibel gefunden zu haben. Zwar befinden sich in der Bibel zahlreiche Stellen, die offensichtlich die Homosexualität verurteilen, aber wenn man näher schaut, sind sie nicht so eindeutig. Sie würden nicht alle Formen von Homosexualität verurteilen, sondern nur pädosexuelle Praktiken oder die sog. Sodomie. Siehe dazu unsere Position hier und hier.

Eine andere Art von Argumentation versucht zu zeigen, dass viele Regeln und Prinzipien, die wir in der Bibel finden, in der damaligen Zeit zwar akzeptiert waren, dass sie aber heute ihre Rechtfertigung verloren haben. Hinter dieser Ansicht verbirgt sich der Gedanke, dass selbst Religion einem Entwicklungsprozess unterworfen ist. Die Bibel ist zwar Gotteszeugnis an die Menschen aber keinesfalls irrtümlos. Was Gott den Menschen aller Zeiten durch seinen Geist vermitteln möchte, ist, dass Liebe zu seinem Wesen gehört. Diese Offenbarung muss sich trotz festgefahrener Denkmuster der Menschen einen Weg bahnen.

Ein Beispiel dafür ist die Duldung der Sklaverei nicht nur im Alten sondern auch im Neuen Testament. Man hätte irgendwie erwartet, dass Jesus und die Apostel vehement gegen die Slaverei sprechen. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Paulus sagt zum Beispiel in Epheser 6,5:

Ihr Sklaven, seid gehorsam euren irdischen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfalt eures Herzens als dem Herrn Christus;

Oder Petrus in seinem ersten Brief (2,18):

Ihr Sklaven, ordnet euch in aller Furcht den Herren unter, nicht allein den gütigen und freundlichen, sondern auch den wunderlichen.

Paulus und Petrus waren Menschen ihrer Zeit. Sie betrachteten die Sklaverei als normal. Seit 1789 haben wir aber erkannt, dass alle Menschen frei und gleich an Rechten geboren werden und es bleiben.

Und so ist es auch mit der Homosexualität. Paulus betrachtete sie als Sünde, einfach weil er aus einer prüden jüdischen Kultur kam.

Ist es wirklich so? Ist die Bibel kulturspezifisch? An manchen Stellen vielleicht, aber nicht, was diese Fragen betrifft. Wir wollen zeigen, dass sowohl Sklaverei als auch Homosexualität immer gegen Gottes Willen waren.

Gott verurteilt die Sklaverei in allen Epochen.

Wir finden nirgendwo in der Bibel eine Rechtfertigung der Sklaverei. Gott verurteilt sie. Im Grunde ist sie eine Folge des Sündefalls. In 1.Mose 3,16b wird die Frau gewarnt, dass der Mann als Stärkerer versuchen wird, über sie zu herrschen.

Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.

Gott verbietet seinem Volk Israeliten langfristig zu versklaven:

Wenn du einen hebräischen Sklaven kaufst, so soll er dir sechs Jahre dienen; im siebenten Jahr aber soll er freigelassen werden ohne Lösegeld.  2.Mose 21,2

Sklaven bekamen ihre Freiheit, falls ihr Herr sie brutal misshandelte:

Wenn jemand seinen Sklaven oder seine Sklavin ins Auge schlägt und zerstört es, der soll sie freilassen um des Auges willen. Desgleichen wenn er seinem Sklaven oder seiner Sklavin einen Zahn ausschlägt, soll er sie freilassen um des Zahnes willen.  2.Mose 21,26-27

Ziel Gottes ist aber nie gewesen, die menschliche Gesellschaft zu transformieren, sondern die Menschen von der Sünde zu erlösen. Israel diente als Beispiel für Theokratie, aber es hat sich gezeigt, dass – wegen der Sünde – dieses Volk nicht in der Lage war, das Gesetz zu halten. Paulus lehrt zum Beispiel in Römer 3,20, dass

… durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Jesus Christus ist nicht gekommen, die Menschen besser zu machen, oder tiefgreifende Reformen zu erlassen, sondern für sie am Kreuz zu sterben und den Preis ihrer Sünde zu bezahlen.

Die wahre Freiheit besteht deshalb darin, Jesus Christus als Herr zu haben:

Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.  Johannes 8,36

Gott definiert vom Anfang an, was Ehe ist.

Einige von uns haben sicherlich diesen Brief eines US-Bürgers an die amerikanische Moderatorin Dr. Laura Schlessinger, welche die Homosexualität als Greuel bezeichnet hatte. Den Inhalt kann man z.B. dort lesen.

Es mag sein, dass Frau Schlessinger die Bedeutung von einer Greuelsünde nicht verstanden hat, aber auch der Autor des Briefs macht einen grundsätzlichen Fehler. Er unterscheidet nicht zwischen Zeremonialgesetz und Schöpfungsordnung. Das Zeremonialgesetz galt nur für Israel damals. Im Zeremonialgesetz haben wir mit Dinge zu tun, die Schattenbilder waren und nur für eine bestimmte Zeit gegolten haben, bis, sagt der Hebräerbrief, eine bessere Ordnung kommt. Wir lesen dazu in Hebräer 9:

Dies sind nur äußerliche Satzungen über Speise und Trank und verschiedene Waschungen, die bis zu der Zeit einer besseren Ordnung auferlegt sind. Christus aber ist gekommen als ein Hoherpriester der zukünftigen Güter durch die größere und vollkommenere Stiftshütte, die nicht mit Händen gemacht ist, das ist: die nicht von dieser Schöpfung ist. Hebräer 9,10-11
Wie müssen grundsätzlich Moralgesetz und Zeremonialgesetz unterscheiden. Gebote des Moralgesetzes wie: du sollst nicht töten, oder du sollst nicht ehebrechen, gelten für immer, weil sie gegen das Gebot der Nächstenliebe verstoßen. Jesus hat das Zeremonialgesetz abgeschafft, aber nicht das Moralgesetz. Er hat es erfüllt, damit seine Satzungen uns nicht mehr verurteilen.
Wie ist es mit Ordnungen wie die Ehe oder der Ruhetag? Sie sind von Gott bei der Schöpfung des Menschen eingeführt worden und gelten damals wie heute. Wenn Gott der Schöpfer, die Ehe einführt, definiert er sie von Anfang an als eine heterosexuelle Gemeinschaft zwischen Mann und Frau.
Und Gott der HERR baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein „ein“ Fleisch.  1.Mose 2,22-24
Wenn eine Kirche Anpassungen an einem so deutlichen Gebot vornimmt, übertritt sie deshalb Gottes Gebot wie die Pharisäer damals:
Er (Jesus) antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Satzungen willen? Matthäus 15,3
Es ist das Recht einer demokratischen Gesellschaft, wo das Mehrheitsprinzip gilt, ein Gesetz einzuführen, das eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft erlaubt. Gott wird dafür die Menschen am Tag des Gerichts zur Verantwortung ziehen. Es ist aber ein fataler Irrtum, wenn eine Kirche, die sich auf eine evangelische Tradition beruft, versucht, eine solche Partnerschaft mit biblischen Argumenten zu rechtfertigen. Diese Kirche zeigt nicht nur dadurch, dass sie die Bibel nicht richtig versteht, sie möchte auch Menschen mehr als Gott gefallen.