Christozentrisch

Wer den Sohn hat, der hat das Leben

Die 5 Punkte des Calvinismus

Oft hört man, dass reformierte Christen an die 5 Punkte des Calvinismus glauben. Aber was sind diese 5 Punkte?

Obwohl sie so genannt werden, stammen diese Lehren nicht von Calvin. Sie wurden auf der Dordrechter Synode 1619 in den Niederlanden formuliert und sind seitdem Teil der reformatorischen Lehre.

Aber wie kam es zu dieser Formulierung? Damals verbreiteten die Schüler eines gewissen Jacobus Arminius, Theologieprofessor an der Universität Leiden, folgende Lehren:

  1. Das Herz des Menschen ist zwar seit dem Sündenfall verdorben und niemand sucht Gott wirklich, aber wenn Gott uns in seiner Gnade entgegenkommt, sind wir in der Lage, uns frei für Gott zu entscheiden.
  2. Gott bestimmt das Schicksal eines jeden Menschen im Voraus, weil er „voraussieht“, wer an ihn glauben wird und wer nicht.
  3. Jesus Christus hat sein Blut am Kreuz vergossen, um die Errettung aller Menschen ohne Ausnahme zu garantieren.
  4. Der Mensch kann den überzeugendsten Zeichen der Gnade Gottes widerstehen, wenn er es will.
  5. Das Heil kann wieder verloren gehen, wenn man nicht im Glauben beharrt.

Jacob Arminius versuchte einerseits, die Freiheit des Menschen zu verteidigen, und andererseits, das Bild eines barmherzigen Gottes zu vermitteln. Seine Ideen wurden von vielen evangelikalen Christen aufgegriffen.

Die reformierte Kirche war früher der Ansicht, dass solche Auffassungen nicht mit der Lehre der Bibel übereinstimmten. Reformierte Theologen aus mehreren Ländern antworteten daher auf der Synode von Dordrecht mit den sogenannten 5 Punkten des Calvinismus.

Diese fünf Punkte lauten:

  1. Nicht nur das Herz und das Denken des Menschen sind verdorben, sondern auch sein Wille, sodass er, selbst wenn er erleuchtet wäre, nicht den Wunsch hätte, positiv auf Gottes Angebot zu reagieren.
  2. Gott bestimmt bedingungslos das ewige Schicksal jedes Menschen und wählt einige für das Leben aus, während er andere in dem Zustand der Verlorenheit belässt, den sie selbst gewählt haben.
  3. Gott bietet allen Menschen durch die Botschaft des Evangeliums die Erlösung an, doch das Blut Jesu Christi wurde nur für die Auserwählten vergossen.
  4. Die Menschen können zwar der Gnade Gottes widerstehen, aber für die Auserwählten ist sie unwiderstehlich.
  5. Die Erlösten können nicht verloren gehen und verharren im Glauben, weil Gott sie bewahrt.

Was bedeutet „völlige Verderbheit“?

Es stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten dem abgefallenen Menschen nach dem Sündenfall verbleiben. Unter den Christen besteht ein breiter Konsens darüber, dass der Mensch durch die Erbsünde sehr tief gefallen ist. Alle Bestandteile der Persönlichkeit – Verstand, Herz und Wille – wurden durch die Sünde tiefgreifend beeinträchtigt.

Die Annahme einer radikalen Verderbtheit des Menschen bedeutet nicht, dass er keine lobenswerten Taten vollbringen kann. Aufgrund seiner geerbten sündhaften Natur ist er jedoch nicht in der Lage, Gottes Willen aus eigener Kraft zu erfüllen. Dies bedeutet, dass eine grundlegende Erneuerung des Verstandes, des Herzens und des Willens des Menschen durch Gott erforderlich ist, damit er in der Lage ist, Gott zu suchen.

Bibelbelege: 1. Mose 6,5-6 * 1. Mose 8,21 * Hiob 15,14-16 * Psalm 51,7 * Psalm 143,2 * Jesaja 64,5-6 * Jesaja 66,3-4 * Jeremia 13,23 * Jeremia 17,9 * Markus 7,20-23 * Johannes 14,17 * Römer 3,9-20 * Römer 3,23 * Römer 5,14-19 * Römer 7,14-15 * Römer 8,5-8 * 1. Korinther 2,14 * Epheser 2,1-5 * Kolosser 2,12-13 * Titus 1,15-16 * Titus 3,3-5 * 1. Petrus 4,6

Was versteht man unter „bedingungslose Erwählung“?

Da der Mensch für seine Errettung ganz auf Gott angewiesen ist, stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien die Auswahl der geretteten Personen erfolgt. Jakob Arminius stellte die These auf, dass eine Rettung nur bestimmter Menschen durch Gott als ungerecht zu werten wäre. Aus diesem Grund ist es im Sinne Gottes, allen Menschen seine Gnade anzubieten. Die Entscheidung, ob sie diese Gnade annehmen oder ablehnen, liegt letztlich bei den Menschen. Nur so kann von einer gerechten Vorgehensweise Gottes ausgegangen werden.

Die Problematik besteht darin, dass die Schrift diesen Gedanken an keiner Stelle stützt. Es ist in der Tat so, dass der menschliche Wille ohne eine Erneuerung sich nicht bewegen lässt. Wenn Gott diese Erneuerung bei einigen bewirkt, warum dann nicht bei anderen? Die einzige Antwort ist, dass Gott einige Menschen zum Heil erwählt und andere in ihrer Verlorenheit belässt. Die Auswahl der Geretteten durch Gott ist eine Gnade, die sie in keiner Weise verdient haben. Indem er die anderen beiseite lässt, tut Gott nichts Ungerechtes, denn die Menschen haben nichts anderes als eine gerechte Strafe verdient.

Bibelbelege: 1. Mose 50,20 * 2. Mose 33,19 * 5. Mose 7,6 * Psalm 65,5 * Psalm 106,4-5 * Psalm 115,3 * Sprüche 16,4 * Jesaja 43,20-21 * Jesaja 46,9-11 * Jeremia 1,5 * Matthäus 11,25-27 * Lukas 10,21 * Johannes 15,16 * Apostelgeschichte 4,27-28 * Apostelgeschichte 13,48 * Römer 8,27-30 * Römer 9,11-13 * Römer 9,16 * Römer 9,29 * Römer 11,5-7 * Epheser 1,4-5 * Epheser 1,11 * 1. Thessalonicher 1,4 * 1. Thessalonicher 5,9 * 2. Thessalonicher 2,13 * Titus 1,1 * 1. Petrus 1,1-2 * 1. Petrus 2,6-9 * 2. Petrus 1,3 * Offenbarung 17,8

Was versteht man unter „begrenzte“ oder „wirksame“ Sühne?

Diese Auffassung wird nicht von allen Calvinisten geteilt. Sie besagt, dass Christus letztlich nur für die Auserwählten gestorben ist, nicht für die gesamte Welt. Es stellt sich die Frage, weshalb er sein kostbares Blut für Menschen vergießen sollte, die ohnehin nicht gerettet werden. Das Adjektiv „begrenzt“ ist vielleicht irreführend, denn es könnte so verstanden werden, dass der Tod Jesu am Kreuz an sich nicht die Kraft hat, die ganze Menschheit zu retten. Er würde bei weitem ausreichen, aber das ist nicht notwendig, denn am Ende werden nur die Auserwählten gerettet. Vielleicht wäre es besser, von einer „wirksamen“ Sühne zu sprechen. Der Tod Jesu ermöglicht es den Auserwählten, tatsächlich gerettet zu werden.

Bibelbelege: Psalm 85,1-3 * Jesaja 53,8 * Matthäus 1,21 * Johannes 10,14-16 * Johannes 10,26-27 * Johannes 17,9 * Römer 8,29-34 * 1. Korinther 1,22-24 * Titus 2,14 * Hebräer 9,15 * Hebräer 10,14

Was bedeutet „unwiderstehliche“ Gnade?

Da Gott so mächtig ist und der Mensch bis in die Wurzeln verdorben ist, muss die Rettung ein gewaltiger Akt sein. Gott muss die Toten geistlich auferwecken und ihren Verstand, ihr Herz und ihren Willen ganz erneuern. Außerdem muss er sie zu einer positiven Reaktion befähigen. Darum muss Gottes Gnade unwiderstehlich sein. Der Mensch ist jedoch kein Roboter, der das tut, was Gott in ihn „hineinprogrammiert“ hat. Durch die „Wiedergeburt“ wird seine Persönlichkeit zu einem neuen Leben erweckt. Er wird in die wahre Freiheit versetzt und kann dann bewusst eine persönliche Entscheidung für Jesus Christus treffen.

Bibelbelege:  5. Mose 30,6 * Jesaja 55,11 * Hesekiel 36,26-27 * Amos 3,8 * Johannes 1,12-13 * Johannes 3,6 * Johannes 5,21 * Johannes 6,37-39 * Johannes 6,44 * Johannes 6,65 * Johannes 10,16 * Johannes 17,2 * Johannes 18,37 * Apostelgeschichte 11,18 * Apostelgeschichte 13,48 * Apostelgeschichte 16,14 * Apostelgeschichte 18,27 * Apostelgeschichte 20,32 * Römer 1,6-7 * Römer 8,30 * Römer 9,19-20 * Philipper 2,12-13 * 2. Timotheus 2,25-26 * Jakobus 1,18 * 1. Johannes 5,20

Was versteht man unter „Beharrlichkeit der Heiligen“?

Wir sollten uns immer vor Augen halten, dass Gott allmächtig ist und nichts tut, was nicht gelingen kann. Wenn Gott einen Menschen rettet, dann bewahrt er ihn auch so, dass er nicht verloren gehen kann.

Wenn das so ist, warum verlassen dann einige Gläubige den Glauben und kehren bis zu ihrem Tod nicht mehr zu Gott zurück? Die Antwort ist, dass es sich um Menschen handelt, die den Glauben bekannt haben, aber nie erneuert wurden, denn wenn sie wahre Kinder Gottes gewesen wären, hätten sie selbst inmitten der schlimmsten Prüfungen bis zum Ende im Glauben verharrt.

Wie ist es möglich, dass jemand, der einen freien Willen besitzt und dennoch ein Sünder bleibt, sich nicht von Gott entfernen kann? Das liegt daran, dass der Heilige Geist in ihm wirkt und ihn vor falschen Entscheidungen bewahrt.

Bibelbelege: Psalm 37,28 * Psalm 55,23 * Psalm 121 * Jesaja 43,1-4 * Jesaja 46,3-4 * Jeremia 32,39-40 * Johannes 5,24 * Johannes 10,27-30 * Römer 8,35-39 * 1. Korinther 10,13 * Epheser 4,30 * 1. Thessalonicher 5,23-24 * 2. Timotheus 4,18 * Hebräer 3,14 * Hebräer 6,17-19 * 1. Petrus 1,3-5 * 1. Petrus 5,10 * 1. Johannes 2,19 * 1. Johannes 3,9 * 1. Johannes 5,11-13 * Juda 24-25 * Offenbarung 13,10

31 Kommentare zu „Die 5 Punkte des Calvinismus

  1. Wo kann ich aber so eine Gemeinde finden, die genauso glaubt? Ich komme ursprünglich aus einem anderen Land und da habe ich eine tolle Gemeinde besucht, die diese 5 Punkte des Calvinismus als Alpha und Omega für jeden Gläubigen hatte. Aber jetzt wohne ich in Bayern und kann nichts ähnliches finden. Kann mir jemand helfen?

    1. Ich kenne derzeit nur Gemeinden in Norddeutschland. Da gibt es die Arche-Gemeinde in Hamburg, Hannover und Stade. Sie senden Gottesdienste allerdings dankenswerterweise auch im TV. Schau mal unter http://www.arche-gemeinde.de rein.
      Vielleicht hilft das ja, auch wenn Deine Anfrage schon länger her ist. Gott segne Dich dabei.

  2. Der 5. Punkt ist oben in der Aufzählung nicht richtig formuliert. Die Erlösung kann NICHT wieder verloren werden.

  3. Hallo!
    Danke für die Auflistung der verschiedenen Verse zu den unterschiedlichen Punkten. Leider muss ich sagen – als ich diese nachschlug – dass einige davon sehr wage und interpretativ sind. Wenn man diese Annahmen stützen wollen würde, dann bräuchte es dafür schon eine gute theologische Interpretation, ansonsten kann dies schnell irreführend sein. Zudem sollte dann darauf hingewiesen werden, dass es eben interpretativ ist und es auch andere, genauso begründbare Auslegungen zu den Versen gibt. Generell würde ich vorschlagen, dass man auch die zahlreichen Verse die dem Arminianismus zugrunde liegen aufführt, damit nicht der Anschein erweckt wird, dass diese völlig unbegründet sein. Das wäre dann eine ausgewogene Darstellung.
    Ich bin weder Calvinist, noch Arminianist, genau aus diesem Grund. Bei beiden theologischen Konstrukten gibt es gute biblische Bezüge, aber eben keiner kann die Komplexität der Bibel ganz darstellen.

    1. Lehrmäßig ist eine solche Zwitterhaltung unmöglich.
      Es gibt eine ganze Bewegung, die das versucht: Brüderbewegung, die aber dennoch Arminianer sind

  4. Hallo!
    Danke für die Auflistung der verschiedenen Verse zu den unterschiedlichen Punkten. Leider muss ich sagen – als ich diese nachschlug – dass einige davon sehr wage und interpretativ sind. Wenn man diese Annahmen stützen wollen würde, dann bräuchte es dafür schon eine gute theologische Interpretation, ansonsten kann dies schnell irreführend sein. Zudem sollte dann darauf hingewiesen werden, dass es eben interpretativ ist und es auch andere, genauso begründbare Auslegungen zu den Versen gibt. Generell würde ich vorschlagen, dass man auch die zahlreichen Verse die dem Arminianismus zugrunde liegen aufführt, damit nicht der Anschein erweckt wird, dass diese völlig unbegründet sein. Das wäre dann eine ausgewogene Darstellung.
    Ich bin weder Calvinist, noch Arminianist, genau aus diesem Grund. Bei beiden theologischen Konstrukten gibt es gute biblische Bezüge, aber eben keiner kann die Komplexität der Bibel ganz darstellen.

    1. Lieber Besucher,
      dieser Artikel ist nur ein kurzer Überblick. Es gibt weitere Artikel zu diesem Thema im Blog.
      Eine Frage: was heißt es, weder Calvinist noch Arminianer zu sein? Molinist? Ich mag persönlich diese Bezeichnungen nicht, aber eine Neutralität gibt es bei diesem Thema nicht. Zum Molinismus bitte das lesen!

  5. Halleluja natürlich kann der Mensch seine Erlösung verlieren es hängt von Menschen ab Die Entscheidung Liegt in deinen Händen Gott gibt besser gesagt er bietet dir ein Leben an ein Leben ohne Ende das heißt dass du Kind Gottes heißt wir sind keine Roboter wir sind nicht programmiert wir haben den freien willen stell dir mal vor der verlorene Sohn sein Vater hat ihn nicht aufgehalten er wohnte in seinem Haus und er entschied sich eines Tages die Welt zu sehen er ging in das verlorene er kam aber wieder zurück was meint ihr? Wenn er nicht sich entschieden hätte zurück zu kommen wäre er erlöst

    Die fünf Punkte des Calvinismus ist irreführend und falsch das ist eine falsche Doctrine
    Ich wünsche euch Gottes Segen

    1. Also, bei der Suche nach einem Argument gegen die Lehren der Gnade hätte ich bestimmt ein anderes Beispiel genommen, denn die Geschichte des verlorenen Sohnes beweist gerade das Gegenteil von dem, was unser „netter“ Leser mit seiner Kritik erreichen wollte. In der Geschichte hat der Vater immer auf die Rückkehr seines Sohnes gehofft und gerade das ist passiert. Mehr braucht man nicht zu sagen!

      1. O. k. also bist du der Meinung wenn man einmal auserwählt ist kann man nicht mehr verloren gehen ich habe den verlorenen Sohn als Beispiel genommen er ist ja raus gegangen aus seines Vaters Hause und in der Welt ist er gegangen die Frage ist was wäre wenn er nicht rückgekehrt hätte wäre er erlöst warum hat Jesus diese Beispiel genommen Wir wissen alle dass der Vater des Hauses Gott ist er wusste da bin ich auch deiner Meinung dass der Sohn wieder zurückkehrt er weiß alles nehmen wir mal an das der Sohn nicht zurückgekehrt hätte was wäre san ? Ist meine Frage an dich ich. Und außerdem bin ich kein Kritiker Gott behüte nur mir tut es leid dass man sowas glauben tut Calvinismus

  6. Gottessegen wünsche ich euch allen meine Brüder die das hier lesen ich wollte euch fragen was hält ihr davon kann man seine Erlösung verlieren oder nicht ?

    1. Dieser Blog ist keine Plattform, um solche Umfragen zu starten. Dafür gibt es andere Stellen. Ziel ist auch nicht, dass man über diese Frage aus dem Bauch heraus entscheidet. Man muss schon seine Position biblisch begründen können und keinen Trends folgen, oder was die meisten Menschen glauben. Ich habe auch deine Werbung für eine Facebook-Seite gelöscht. Ich bin bereit, ehrliche Fragen zu beantworten, werde aber keine Beschimpfungen dulden.
      Aber jetzt zu der Frage: Was wäre, wenn der verlorene Sohn nicht zurückgekehrt wäre?
      Das ist eine hypothetische Frage, denn Tatsache ist: Er ist zu seinem Vater zurückgekehrt. Was hat ihn dazu gebracht? Sicherlich ist er sich gegangen und hat Buße getan, aber die Bibel lehrt, dass niemand zu einem solchen Entschluss kommt, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben wird. Wenn Gott allmächtig ist, und Christen glauben, dass Er allmächtig ist, dann müssen alle Dinge unter seiner Kontrolle stehen. Dass der Mensch nicht ganz frei ist, bedeutet nicht, dass er nicht machen kann, was er will. Er tut schon, was er will, nur es ist nicht, was Gott selber will.

  7. 1. Petrus 5:7-8
    7 „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
    8 Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann“

    Vers 7 beweist dass es sich um wiedergeborene Christen handelt!
    Vers 8 beweist, dass wenn ein Mensch von einem Löwen verschlungen wird, seine Existenz beendet ist! Das bedeutet dass er verloren geht!

    1. Auch V.7 m.E. falsche Schlussfolgerung. Im NT wird oft die Gemeinde als Ganzes angesprochen, von der aber nicht jedes Individuum echt ist („Prüfet euch selbst, ob ihr im Glauben steht “ etc.). Viele derartige Warnungen beziehen sich daher gar nicht zwingend auf Wiedergeborene, denn das Ziel ist nicht eine falsche Sicherheit, sondern „wer aber bis ans Ende ausharrt, wird gerettet werden“ u.ä.

  8. Guten Abend aus dem schönen Heidelberg wo auch der Heidelberg Katechismus entworfen wurde.

    Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit dem Calvinismus und muss zugeben, dass umso mehr ich ihn studiere, umso schlüssiger er mir erscheint; erst recht im Lichte der Bibelverse, die ihn stützen.

    Ich habe beim Lesen des Blogbeitrags eine Frage an den Arminianismus. Ist nicht gerade Punkt 2 ein Argument für den Calvinismus? Ich verstehe nicht recht. Wenn er das Schicksal vorherbestimmt, so hat er ja auch vorherbestimmt, ob er glauben wird, hat er auch dies vorherbestimmt, so ist es nahezu gleichwertig zu behaupten: er habe sie vor ihrer Geburt auserwählt

    Gottes Segen euch

    1. Arminianer stimmen zu, dass niemand ohne die Gnade Gottes und die Erleuchtung durch den Heiligen Geist gerettet werden kann. Aber sie machen die göttliche Erwählung von einer positiven Reaktion des Menschen auf die Gnade Gottes abhängig, eine Entscheidung, die Gott im Voraus kennt. Man spricht deshalb von einer „bedingten“ Erwählung. Calvinisten befürworten eine „bedingungslose“ Erwählung, da die souveräne Wahl Gottes nicht vom Willen des Menschen abhängt und die Antwort bedingt, die der Mensch geben wird. Paulus sagt in Römer 9,16: „So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen“.

      1. Für einen 5-Punkte Calvinisten gibt es keinen Grund, Gottes Botschaft weiterzugeben, denn die Berufenen werden ja sowieso zu Jesus gezogen und gläubig. Warum steht dann der Missionsbefehl in allen Evangelien? Beschäftigungstherapie für Übereifrige?

        Wozu sollte man sich an die Gebote oder überhaupt die Bibel halten, wenn man eh erlöst ist?

        Sicher weiß Gott alles, aber wir stehlen uns aus der Verantwortung gegenüber Gott, wenn wir ihm.alles überlassen.

        Sicher braucht Gott uns nicht, damit Menschen sich für Jesus entscheiden, aber unser Wandel ist ein Zeugnis, ebenso unsere Worte. Der Glaube kommt aus der Predigt… wer predigt? Ist es nicht der hoffentlich gläubige Mensch?

        Warum steht in der Bibel:Schaffet, dass ihr selig werdet- denn Gott ist es, der es bewirkt?

        Zum Glauben gehören 2: Der allwissende Gott und der von Gott und vielleicht auch von Menschen vorbereitete Mensch. Ob eine Entscheidung echt ist oder nicht, können wir nicht beurteilen

        Deshalb ist die Diskussion mühselig, ob ein Gläubiger vom Glaiben abfallen kann. Das Ganze ist so ambivalent, dass es nicht in unserer Macht steht.

        Was wir tun können, ist beten, bezeugen und vorleben, in Schwachheit. Wenn wir über den Glauben oder Nichtglauben oderErwählung oder Verdammnis von anderen reden, machen wir uns zu Gott

      2. Eine solche Meinung ist bei vielen Menschen nicht überraschend, die nicht verstehen, wie Gott die Errettung im Menschen bewirkt. Als ob dies nur von einer menschlichen Entscheidung abhängen würde. Ich kann in diesem Fall nur dazu ermutigen, zu lesen, was der Apostel Paulus in Römer 8,28-30 lehrt.
        Gott ist nicht nur souverän in Bezug auf unsere Errettung, sondern auch in Bezug auf die Mittel zu unserer Errettung. Die Schrift besagt, dass niemand gerettet werden kann, der nicht das Evangelium gehört und daran geglaubt hat (Römer 10,17). Die Tatsache, dass Gott jemanden unwiderstehlich zu sich zieht, schließt nicht aus, dass er sich dabei auch Mitteln wie der Predigt bedient.
        Interessanterweise waren die Calvinisten oft Vorreiter in Sachen Mission. Die Genfer Kirche schickte bereits im 16. Jahrhundert Missionare nach Brasilien. Viele berühmte Missionare waren überzeugte Calvinisten: John Eliot (1604-1690) und David Brainerd (1718-1747), die die Indianer früh evangelisiert haben, William Carey (1761-1834), der Vater der modernen Mission, usw.

  9. Es gibt viele Beispiele in NT dass die Menschen aufgrund der Predigt glauben. Die einen wurden überzeugt und die anderen haben es abgelehnt. Die gläubig gewordenen werden ermahnt am Glauben zu bleiben. Zu behaupten dass der unbekehrte Mensch unfähig ist zuzuhören und sich dafür oder dagegen zu entscheiden ist unbiblisch. Diesen GRAD der UNFÄHIGKEIT haben Calvinisten aus der Luft gegriffen. Das verursacht die komplette Schieflage und führt zu weiteren falschen Schlußfolgerungen. Überal wendet sich Gott mit seiner Botschaft an den Verstand eines Menschen. Der Souveräne Gott überläßt ABSICHTLICH und FREIWILLIG dem Menschen die Entscheidung Gottes Rettungsangebot anzunehmen oder abzulehnen, denn die Folgen davon wird der Mensch selbst tragen. Allein deshalb kann der gerechte Gott den Sünder bestrafen. Würde Gott einen Menschen, dem nicht gegeben wurde sich zu bekehren, mit der EWIGEEEEEEN Qual bestrafen, so hat Gott von vornherein einen total ungerechten Plan der Menschheit entworfen und ausgeführt. Gott ist so nicht, ER ist gerecht! 2. Petrus 3,9 (Luther 2017): „Der Herr… hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.“

    1. Wieder einmal der Kommentar von jemandem, der von der Philosophie der Aufklärung geprägt ist und sich nicht die Mühe macht, die biblischen Aussagen ernsthaft zu prüfen.

      Calvinisten haben nie behauptet, dass der Mensch nicht fähig sei, zuzuhören oder gar zu verstehen, was er hört. Wäre dies der Fall, könnte Gott ihn tatsächlich nicht zur Rechenschaft ziehen.

      Das Problem des Menschen ist, dass er nicht glauben WILL und nicht gerettet werden KANN, wenn Gott sein Herz nicht öffnet. Ein Beispiel für dieses Wirken der Gnade finden wir bei Lydia. In Apostelgeschichte 16,14 lesen wir: „Der Herr tat ihr das Herz auf, SODASS sie aufmerksam achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.“

      Jesus sagt auch in Johannes 6,44: „NIEMAND kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat…

      Der Vers aus 2 Petrus 3,9 richtet sich sicherlich nicht an alle Menschen. Petrus wendet sich in diesem Zusammenhang an Mitglieder der Gemeinde und hat dabei die Auserwählten im Blick, die zwar noch nicht errettet sind, deren Errettung Gott jedoch vorgesehen hat. Würde Gott darauf warten, dass sich alle Menschen bekehren, hätte die Geschichte niemals ein Ende.

       

  10. Joh 6:44 sagt nur aus, dass niemand ohne Gottes wirken sich bekehren kann und das ist logisch, denn der Mensch wird durch den Heiligen Geist der Sünde überführt.

    Nach deiner Erklärung WILL der mensch sich nicht bekehren solange Gott sein Herz nicht öffnet. Wo ist der Unterschied? Ist genauso ungerecht ihn zu bestrafen, denn er hatte ja keine Möglichkeit zu wollen, weil Gott aufgrund seiner Souverinität beschlossen hat sein Herz nicht zu öffnen. Diese Worttrikserei bringt nichts. Entweder kann der Mensch die rettende Botschaft im Glauben annehmen und wird bestraft, wenn er es nicht tut, oder ist es ungerecht ihn zu bestrafen.

    Beispiel: Ich schließe eineige Wohnungen im Hochhaus ab, zünde das Haus an und vermelde: „wer nicht verbrennen will soll rausgehen. Wer nicht rausgeht ist selber schuld.“

    Eure Lehre gründet auf dem Bericht über Lydia und eure Bibelforschung besteht darin die Bibelstellen satzweise zu sortieren: das ist an Auserwählte geschrieben… und alles was nicht ins Schema passt an nicht wiedergebohrene.

    Lukas 7:29 Und das ganze Volk, das zuhörte, und die Zöllner haben Gott recht gegeben, indem sie sich mit der Taufe des Johannes taufen ließen; 30 die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten haben den Ratschluss Gottes für sich selbst wirkungslos gemacht, indem sie sich nicht von ihm taufen ließen

    1. Ungerecht? Ich glaube, du hast die Lage des verlorenen Menschen überhaupt nicht verstanden. Tatsache ist, dass er Gott nicht sucht, seine Autorität ablehnt und seine Gebote übertritt. Das ist seine freie Entscheidung! Er ist kein Roboter.
      Gott ist nicht ungerecht, wenn er den Menschen dafür richtet. Ebenso ist Gott nicht unfair, wenn er ihm seine Gnade nicht gewährt, denn sonst wäre Gnade keine Gnade mehr.
      Gott steht es frei, seine Gnade zu gewähren, wem er will, und er tut nichts Ungerechtes, wenn er sie bestimmten Menschen verweigert. Verstehst du das?
      Du kannst behaupten, dass dies ungerecht sei. Das ist zum Beispiel die Kritik, auf die Paulus in Römer 9,14–19 antwortet. Wie lautet seine Antwort? – Wer bist du, dass du mit Gott richten willst?
      Die Calvinisten gehören deshalb nicht zu denen, die Gottes Gerechtigkeit in Frage stellen wollen. Sie halten sich einfach an die biblischen Aussagen!

  11. Es liegt nicht daran, dass ich deine Logik nicht verstehen kann, durchaus. Ich lasse mich einfach nicht in den Korsett deiner widersprüchlichen Denkweise zwingen. Du versuchst gleich auf zwei Stühlen zu sitzen. Der Mensch hat freie Entscheidung und ist selbst schuld, obwohl Gott ihm die Rettung verweigert? Und das nicht, weil der Mensch Ihn zuerst abgelehnt hat, sondern weil Gott nach Römer 9:14 souverän ist. Das passt nicht zusammen!!! Wer muss zuerst handeln, damit der Mensch Gott erkennen kann? Wie soll er Gott suchen, wenn Gott ihn nicht zieht? Das ist das gleiche, wie ein Tier im Zoo durch die Glasscheibe zu füttern, du bietest das Essen ihm an und es isst nicht… Siehe doch ein, dass die Tatsache dass der Sünder „Gott nicht sucht, seine Autorität ablehnt und seine Gebote übertritt die FOLGE dessen ist, dass Gott ihm die Rettung verweigert (nach deiner Vorstellung). Ich würde es akzeptieren, wenn wir über Allah gesprochen hätten. Der tut einfach was er will. Das Problem liegt aber darin, dass Gott sagt: „Ich bin ein gerechter Gott“. Das führt unweigerlich zum Widerspruch.

    Eure Logik ist folgende: Alle Menschen sind verdorben und verloren. Wenn Gott nun einige von denen gnädiger Weise und nach seiner freien Entscheidung rettet, so ist er ein gnädiger Gott und ist nicht ungerecht, wenn er die restlichen mit der ewigen Qual bestraft, denn die sind ja alle des Todes schuldig gewesen.

    Meine Frage: Gott hat doch den Retter der Menschheit vor der Grundlegung der Welt bestimmt, also hat Gott zuvor gewusst, dass es zum Sündenfall kommt. Hat er es nur gewusst, oder souverän geplant? Wenn der souveräne Plan Gottes vor dem Sündenfall beginnt, dann hat er auch den Sündenfall der Menschen geplant und praktisch erzwungen, weil die Souveränität Gottes den Beteiligten keine Alternativen eingeräumt hat. Wenn es keine Alternativen gibt, dann kann nicht gewählt werden. Das ist wie eine Autobahn ohne Ausfahrt. Fazit: der grundsätzliche verdorbene Zustand der Menschen ist nicht deren Schuld. Die sind nach dem Vorsatz Gottes sündig geworden, denn wer kann dem Plan Gottes widerstehen. Seit dem Moment des Sündenfalls sind alle Menschen geistlich tot und können nicht gerettet werden solange Gott deren Herz nicht öffnet. Nach eurer Denkweise ist allein Gott für diese Schieflage verantwortlich. Also ist der Blingeborene selbst schuld, dass er nicht sehen kann.

    Nein und noch mal nein. Ihr versteht Gottes Souveränität falsch. Hier seid ihr abgebogen. Nun müsst ihr alle anderen Bibelstellen verbiegen, damit es in etwa logisch aussieht, das Konzept geht aber nicht auf! Ihr mahlt einen heuchlerischen Gott, der schlimmer ist wie Allah. Sagt das er möchte, dass niemand verloren geht, entscheidet sich aber gleichzeitig dagegen bestimmte Menschen zu retten (obwohl er es könnte) und lässt sie ewig im Feuer.

    Komm aus deinem Denkmuster raus und betrachte mal die andere Seite der Medaille. Betrachte genauer meine vorige Bibelstelle. Der Ratschluss Gottes war dass die sich taufen lassen, die haben es aber abgelehnt. Die Entscheidung war auf deren Seite und zwar gegen den Ratschluss Gottes. Sowas gibt es! Warum weinte Jesus über Jerusalem, wenn Gott selbst beschlossen hat die nicht zu begnadigen? Warum sagte Jesus: „Ich wollte“ und „Ihr wolltet nicht“. Wessen Wollen war entscheidend? Gott seinerseits ermöglicht die Rettung jedem, deshalb trägt der ablehnende die Schuld alleine. Gott überlässt willentlich, aufgrund seiner Gerechtigkeit, die letzte Entscheidung dem Menschen allein:

    Apostelgeschichte 13,46 „Paulus und Barnabas aber sprachen frei und offen: Euch musste das Wort Gottes zuerst gesagt werden; da ihr es aber von euch stoßt und achtet euch selbst nicht wert des ewigen Lebens, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden.“ Andere Übersetzung sagt: „MACHT euch selbst nicht würdig“ und ist nicht so widersprüchlich, wie die erste, denn die Juden haben sich durchaus für würdig geachtet.

    1. Mein Denkansatz ist nicht widersprüchlich. Er stützt sich in erster Linie auf eine lange exegetische Tradition, die sich bereits beim Apostel Paulus, bei Augustinus, Thomas von Aquin, Luther und Calvin findet, um nur einige zu nennen.
      Zweitens berücksichtigt dieser Ansatz ALLE biblischen Aussagen, was du deinerseits offenbar nicht immer tust. Du konzentrierst dich auf die Verse, die deine Position zu stützen scheinen, ignorierst aber beispielsweise die entscheidenden Stellen in Römer 9.
      Die biblischen Daten sind komplex, da sie „scheinbar“ widersprüchliche Aussagen enthalten. Einerseits hat Gott alle Details der Geschichte nicht nur „vorhergesehen“, sondern auch festgelegt, sogar den Sündenfall (und das, ohne der Urheber des Bösen zu sein). Andererseits betrachtet Gott seine Geschöpfe als voll verantwortlich und entscheidungsfähig, trotz der Verdorbenheit ihres Willens seit dem Sündenfall. Deshalb macht er ihnen ein Heilsangebot, das sie zwar verstehen können, aber aufgrund ihres bösen Herzens leider nicht annehmen. Gott ist schließlich nicht dafür verantwortlich, dass die Menschen nicht wollen, oder?
      Übrigens, wenn ich sage, dass der Mensch eine gewisse Entscheidungsfreiheit hat, meine ich damit nicht, dass er einen „freien Willen“ besitzt ( der theologische freie Wille setzt voraus, dass man Entscheidungen frei von jeglichem äußeren und inneren Zwang trifft)
      Du behauptest, dass der Gott der Calvinisten ein schrecklicher Tyrann ist. Ich könnte den Spieß umdrehen und behaupten, dass dein Gott ebenso zynisch, ja sogar machtlos ist. Er will das Heil aller, tut aber nicht alles, was in seiner Macht möglich ist, um sie von der Hölle zu retten. Die Vorstellung von einem Gott, der zwar will, aber durch den Willen des Menschen behindert wird, ist der Bibel fremd (Psalm 115,3).
      Angesichts der komplexen Aussagen der Schrift und im Sinne der Vereinfachung gehen die Calvinisten davon aus, dass Gott zwei Arten von Willen hat: Sein offenbarter Wille ist, dass der Gottlose nicht stirbt, sondern sich bekehrt (Hes 18,23); der andere, der verborgene Wille, auf dem die Erwählung beruht, ist dennoch vollkommen gerecht, denn alle Menschen verdienen es, verdammt zu werden, und Gott handelt aus Gnade, wenn Er welche rettet. Es hindert die Menschen keineswegs daran, in sein Reich zu kommen, wie du behauptest. Auch wenn wir es nicht verstehen, sind diese beiden Willen eins, denn bei Gott gibt’s keine Widersprüche.
      Ich verstehe Lukas 7,29 ganz einfach: Der offenbarte Wille Gottes war, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer ihren Messias annehmen. Diese haben dieses Angebot abgelehnt.
      Apostelgeschichte 13,46 sagt dasselbe über die Juden in Antiochia.
      Ich nehme an, dass du die Lehre von der Prädestination akzeptierst, sie aber nach arminianischer Logik verstehst: Gott erwählt auf der Grundlage menschlicher Entscheidungen, die er im Voraus sieht.
      Der Vers in Apostelgeschichte 13,48 ist deshalb interessant, denn er zeigt, dass der Glaube der Heiden dem geheimen Ratschluss Gottes entsprach. Gott hat nicht im Voraus gesehen, dass sie glauben würden, sondern er hat vorherbestimmt, dass sie glauben würden. Angesichts dieses Verses ist m. E. die arminianische Position unhaltbar. Wäre sie korrekt, würde sich etwa die Hälfte aller Menschen, in denen der Heilige Geist wirkt, positiv für Christus entscheiden, doch das ist keineswegs der Fall. Hier glaubt keiner der Juden, und viele der Heiden wenden sich Christus zu, damit sich die Prophezeiung aus Jesaja 49,6 erfüllt (V.47). Was die Juden betrifft, so erklärt Paulus auch in Römer 11, dass Gott sie vorübergehend verhärtet hat, um den Heiden in der gegenwärtigen Zeit sein Heil zu schenken.

  12. Der Widerspruch ist nicht bei Gott, sondern in eurer Auslegung der Schrift. Ihr schreibt eure Sicht auch dem Paulus zu. Nicht Paulus hat so gemeint, sondern ihr deutet Paulus nach eurer Art. Ich lese die selbe Bibel und sehe nicht das, was Ihr darin sieht. Eure Lehre wird erst seit Calvin breitflächig gelehrt. Augustinus ist ein „Einzellkämpfer“ gewesen. Deshalb heißt es auch zurecht Calvinismus. Und weil eure Auslegung nicht schlüssig ist, deshalb müsst Ihr diese Kniffe anwenden, wie der doppelte Wille des Herrn und sonstiges. Ihr gibt zu, dass ihr eure Argumentation nicht ganz versteht, wollt aber lieber in der gewohnter Sackgasse bleiben. Ihr wollt auch nicht zugeben, dass die Freiheit der Sünder, von der ihr redet nur theoretisch ist. Gefühlte Freiheit. Praktisch ist schon alles beschlossen.

    Ich habe meinerseits schon viele Predigten von Calvinisten gehört und auch Bücher gelesen um die Argumente zu verstehen (da gibt es aber auch verschiedene Auslegungen). Weil ich aber nicht verkrampft bin die Bibelstellen nur so zu sehen, wie ihr diese sieht und die Argumente beider Seiten abwegen kann, hat mich niemand bis heute überzeugen können. Ich verstehe nur nicht, wie manche behaupten können – es gäbe keine Bibelstellen, die Christen vor dem Abfall warnen. Man muss ziemlich dicke Gläser in der calvinistischen Brille haben um es zu behaupten. Ich verstehe aber auch, das die Ausweich-Auslegungen schon seit jahrhunderten ausgefeilt wurden. Und wenn man nichts anderes zulassen will, bleibt man dabei. Nun, es ist euer Recht. Die Gegenmeinung gründet jedoch keinesfalls auf Unwissenheit, wie die meisten von euch behaupten. Und Gott wird keinesfalls erniedrigt, weil er bewust und souverän die letztendliche Entscheidung dem Menschen überlässt. Er zeigt damit, dass er uns nicht nur theoretisch den freien Willen einräumt, sondern wirklich. Das beweist seine Große!

    Gottes Segen im Dienst!

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