Ist Gott der Verursacher des Bösen?

Wir lesen in Jesaja 45, 7:

Ich mache das Licht und schaffe die Finsternis; der ich Frieden gebe und Unheil schaffe. Ich, der Herr, vollbringe dies alles.

In bestimmten Übersetzungen wie z.B. die alte Lutherbibel steht sogar, dass Gott das Übel schafft. Darf man deshalb sagen, dass Gott letztendlich der Verursacher des Bösen ist?

Nein! Die Bibel lehrt unmissverständlich, dass Gott keineswegs Böses im Sinn hat. Seine vollkommene Natur verbietet, dass ER das Böse erdenken kann. Das wird zum Beispiel in Habakuk 1, 13 bestätigt:

Deine Augen sind so rein, dass sie das Böse nicht ansehen können; du kannst dem Unheil nicht zuschauen. Warum siehst du denn den Frevlern schweigend zu, während der Gottlose den verschlingt, der gerechter ist als er?

Angesichts der Ungerechtigkeit, die im Land Juda geschieht und der unmittelbaren Invasion der Babylonier, versteht der Prophet Habakuk nicht, warum Gott ein solches Unrecht duldet, wenn ER vollkommen gut ist. Gott erklärt ihm, dass ER zwar die Gottlosen gebrauchen möchte, um sein Ziel zu erreichen (in diesem Fall, sein Volk zu bestrafen) aber dass auch die bösen Chaldäer am Ende zur Verantwortung gezogen werden sollen. Das mag für uns unverständlich sein, aber das ist letzendlich so, dass Gott wirkt. Der Herr sagt zu Habakuk diesen bekannten Vers als Trost:

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Ich werde alle zu mir ziehen

Was meint Jesus in Johannes 12, 32, wenn er sagt:

und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.

Es gibt zwei Interpretationen von diesem Vers, die man immer wieder hört und die ich persönlich für falsch halte:

  1. Die erste ist  die Interpretation der Allversöhner, die meinen, Jesus werde am Ende alle Menschen retten.
  2. Die zweite ist der Versuch der Armininaner, die reformierte Lehre der wirksamen (oder unwiderstehlichen) Gnade zu widerlegen.

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Strohmann-Argumente

Es erschreckt mich manchmal, wenn ich die Aussagen von bestimmten Gegnern des Calvinismus auf YouTube höre oder sie in Blogs lese. Einige dieser Argumente sind wirklich ungehörig. Warum fühlen sich Menschen, die offensichtlich in der Bibel nicht zuhause sind, berufen, so viele falsche Dinge über biblischen Lehren zu sagen und andere Glaubensgeschwister zu diskreditieren? Als ob Calvinisten vom Teufel wären? Diese Menschen reden oder schreiben abfällig über Dinge, die sie nicht einmal verstanden haben und die für andere Christen in der Kirchengeschichte sehr kostbar waren. Ich denke zum Beispiel an C.H. Spurgeon, der viel über die Gnadenlehren geschrieben hat und ein echter Segen für viele war und immer noch ist!

Sehr oft werden von den Kritikern des Calvinismus sogenannte Strohmann-Argumente verwendet. Darüber will ich gerade in diesem Artikel schreiben. Weiterlesen „Strohmann-Argumente“

Hat der Mensch einen freien Willen?

Nirgendwo lehrt die Bibel, dass der Mensch nur eine Marionette sei, dass er gar keine Wahl hätte oder dass Gott die Menschen „vorprogrammiert“ hätte, ihn zu suchen oder ihn abzulehnen. So etwas haben weder Luther noch Calvin behauptet, als sie gelehrt haben, dass der Mensch keinen „freien“ Willen besitzt.

Was in Wirklichkeit gemeint ist, wenn wir von einem“unfreien“ Willen im Menschen oder von der völligen Verderbtheit des Menschen sprechen, ist, dass von sich selbst und ohne „wirksame“ Gnade Gottes kein Mensch zum Heil finden kann. Die Gegner dieser Lehre geben auch zu, dass ohne Gottes Gnade keiner gerettet werden könnte, sie bestreiten jedoch, (1) dass gar niemand Gott sucht und (2) dass wenn Gott sich ausreichend offenbart, der Mensch nicht die Fähigkeit hätte, die Gnade freilich anzunehmen. Sie sprechen deshalb von einer vorauslaufenden oder zuvorkommenden Gnade bei Gott. Weiterlesen „Hat der Mensch einen freien Willen?“

Das Ebenbild Gottes

Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. 1.Joh 3,2

Wir lesen im Schöpfungsbericht (1.Mose 1,26), dass Gott die Menschen in seinem Bild erschaffen hat:

Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich;

Wie sollen wir das verstehen? Wir sollten natürlich nicht denken, dass der unsichtbare Gott uns körperlich ähnlich wäre, wie die Götter des Olymps. Gemeint ist, dass der Mensch, im Unterschied zu den anderen Geschöpfen, eine besondere Kreatur ist, welche die Herrlichkeit des unsichtbaren Gottes auf Erden widerspiegeln soll. Die moralischen Eigenschaften des Menschen stehen im Mittelpunkt, nicht dessen physische Bestandteile. Der Mensch ist in Wirklichkeit Staub, erinnert uns Gott in 1.Mose 3,19.

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