Wie „unsichtbar“ kann Gemeinde sein?

Wenn man heute von Gemeinde spricht, ist es oft so, vor allem in evangelikalen Kreisen, dass man dazu alle Gläubige zählt, die jemals eine Entscheidung für Christus getroffen haben, egal ob sie Mitglied in einer Ortsgemeinde geworden sind, oder ob für sie der „Glaube“ Privatsache geblieben ist. Sicherlich gibt es auch viele Christen, die ab und zu eine Ortsgemeinde besuchen (oder wie Bienen von Gemeinde zu Gemeinde gehen), weil sie darin eine gewisse Notwendigekit sehen. Sie wollen sich aber durch keine Mitgliedschaft verpflichten. In den letzten Jahrzehnten sind auch zahlreiche Hauskreise entstanden, wo man zu Gott betet und über die Bibel diskutiert, ohne jedoch eine „offizielle“ Gemeinde werden zu wollen.

Können wir bei diesen Fällen von Gemeinde reden? In der Bibel wird Gemeinde zweierlei definiert:

  • Zum einen ist es der Leib Christi, d.h. alle echte Gläubige, die gerettet worden sind und zu Christus gehören, ob noch am Leben oder bereits beim Herrn. Man spricht von unsichtbarer oder triumphierender Kirche. Dieser „abstrakte“ Leib wächst ständig, solange der Herr nicht zurückgekommen ist.
  • Zum zweiten ist die Gemeinde eine klar definierte und sichtbare Institution auf Erden. Diese Gemeinde trifft sich an verschiedenen Orten; sie trägt aber immer gewisse Merkmale, ansonsten ist es keine wahre Gemeinde. Sie unterstellt sich dem Wort Gottes (der Bibel), sie verwaltet Ordnungen (oder Sakramente) wie Taufe und Abendmahl, die Jesus hinterlassen hat; sie praktiziert Gemeindezucht (oder Seelsorge).

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