Der Sündenfall

Die Historizität des Sündenfalls

Wenn wir uns mit dem Sündenfall befassen, dann müssen wir als allererstes fragen: Haben wir hier mit einem historischen Ereignis zu tun oder handelt es sich bei dem biblischen Bericht um einen Mythos? Haben Adam und Eva wirklich existiert oder sind sie nur als Urtypen der Menschheit zu deuten?

Wenn wir davon ausgehen, dass wir mit einem Mythos zu tun haben, dann werden wir schnell von theologischen Problemen überwältigt. Das geht so weit, dass wir irgendwann Lehren wie die Verderbheit des Menschen, die Realität der Sünde und die Notwendigkeit der Erlösung über Bord werfen müssen. Natürlich ist unter diesen Umständen ein gewisser Glaube an Jesus Christus als Sohn Gottes noch möglich, aber es stellt sich bald die Frage: Welche Berechtigung hätte dann die Menschwerdung Christi? Warum ist der Sohn Gottes Mensch geworden und wozu hat er sein Leben am Kreuz geopfert, wenn wir besser werden könnten und uns selbst retten würden? Weiterlesen „Der Sündenfall“

Rechtfertigung

Lutherdenkmal in Worms, Bild: Fabian Berg

Bisher waren sich die aus der Reformation entstandenen Kirchen und Gemeinden einig: der Sünder wird allein durch Gottes Gnade, allein durch den Glauben und auch allein durch Jesus Christus gerecht.

Mittlerweile herrscht in vielen evangelikalen Kreisen eine große Verwirrung bezüglich der Rechtfertigungslehre. Viele Glaubenspunkte wie dieser sind sehr schwammig geworden. Es ist nicht unüblich, solche Aussagen zu hören wie:

  • Gottes Gebote schaffen Leben und Freiheit.
  • Wer das Gesetz der Liebe hält, kommt bei Gott und den Menschen gut an.
  • Wir sollen das Evangelium leben, um verlorene Menschen zu gewinnen.

Wenn Christen so etwas behaupten, verwechseln sie nicht nur Gesetz und Gnade, sondern auch Treue und Glauben, Heiligung und Rechtfertigung. Im Grunde nähern sich diese evangelikalen Christen immer mehr der römisch-katholischen Lehre. Weiterlesen „Rechtfertigung“