Warum lässt Gott Leid zu? Die Theodizeefrage

leidGottfried Wilhelm Leibniz war glaube ich der Erste, der den Begriff Theodizee verwendet hat. Das tut er in seinem Buch „Essais de Théodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l’homme et l’origine du mal„. Der Begriff wird aus den griechischen Wörtern θεός (theós „Gott“) und δίκη (díke „Gerechtigkeit“) gebildet. Die Absicht von Leibniz war, die Aussagen des französischen Philosophs Pierre Bayle zu widerlegen (auf französisch!), der wegen seinem persönlichen Leidensweg behauptete, Gott sei entweder nicht allmächtig oder nicht gut. Das Problem der Theodizee besteht letztendlich in der Frage, wie die Existenz eines liebenden Gottes sich mit der Existenz des Übels oder des Bösen vereinbaren lässt.

A. Die menschliche Antwort

Im Teil A wollen wir uns zunächst mit den verschiedenen Antworten auseinandersetzen, die die Philosophen im Laufe der Geschichte zu dieser Frage gegeben haben. Wer meint, die Bibel hat sowieso die bessere Antwort, kann sofort zum Teil B übergehen. Weiterlesen „Warum lässt Gott Leid zu? Die Theodizeefrage“

Echtes Fasten

Ab heute beginnt für manche die Fastenzeit. Ich sage bewusst manche, weil Fasten bei Christen nicht mehr sehr aktuell ist. Ich selbst als evangelischer Christ meine, wir sollten keiner Tradition blindlings folgen, aber ich finde trotzdem schade, dass Protestanten und Evangelikale nicht mehr fasten können. Das liegt sicherlich daran, dass der Sinn des Streites, den die Reformatoren gegen die katholische Fastenzeit geführt haben, nicht richtig verstanden wurde. Man wollte damals ausdrücken, dass ein Christ sich keiner menschlichen Tradition unterwerfen soll (siehe dazu Galater 5,1 und Kolosser 2,16). In Jesus erlangt er seine Gerechtigkeit nicht mehr durch Gesetzlichkeit, sondern durch Gnade. Aber warum und wie sollten die Christen heute fasten? Dazu eine Stelle aus dem Buch des Propheten Jesaja:

Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet?… Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!
Jesaja 58, 5-7 Weiterlesen „Echtes Fasten“

Echte Bekehrung

repentanceDer amerikanische Prediger Paul Washer ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn er Jugendlichen das Evangelium verkündet. Der reformierte Baptist ist ein Befürworter der Rettung zur Herrschaft (Lordship Salvation) und predigt laut, dass eine echte Bekehrung zu Jesus Christus eine tiefgreifende Veränderung mit sich bringt. Wer sich eine Meinung über die Botschaft von Paul Washer bilden möchte, kann eine typische Botschaft von ihm auf YouTube anschauen: Es heißt Shocking Message.

Washer hat sich keine Freunde bei den modernen „Arminianern“ gemacht, die eine Rettung durch „kostenlose“ Gnade befürworten. Im Gegensatz zu ihm behaupten sie, dass Rettung nur eine Entscheidung voraussetzt und keine Buße. Was wird Paul Washer vorgeworfen? Auf der Website http://www.jesus-is-savior.com wird behauptet, dass er ein falscher Lehrer ist, weil er mit seinem Ruf zur Buße eine Werksgerechtigkeit predigt. Weiterlesen „Echte Bekehrung“

Die sieben Frauen, die sich an einen Mann klammern wollten

Als ich vor kurzem das Buch des Propheten Jesaja gelesen habe, bin ich auf eine seltsame Stelle gestoßen. Am Anfang des Kapitels 4 lesen wir folgendes:

Und sieben Frauen werden zu der Zeit „einen“ Mann ergreifen und sprechen: Wir wollen uns selbst ernähren und kleiden, lass uns nur nach deinem Namen heißen, dass unsre Schmach von uns genommen werde.
Jesaja 4, 1

Ein solcher Vertrag wäre in unserer heutigen Zeit, wo die Menschen von Individualismus so geprägt sind, nicht unüblich, aber ist war für die damalige Gesellschaft absolut undenkbar. Der Mann sollte seine Familie versorgen und sie schützen. Hier muss etwas schlimmes passiert sein, dass eine Frau solche Geständnisse machen will. Weiterlesen „Die sieben Frauen, die sich an einen Mann klammern wollten“

Vergeben und vergessen

vergebungEine der wichtigsten Aufforderung des Wortes Gottes an uns Christen ist die Bereitschaft, immer wieder zu vergeben. Ein Christ, der nicht bereit ist, Barmherzigkeit zu erweisen, hat das Wesen seiner Religion nicht wirklich verstanden. Dieses wichtige Prinzip wird im Lukasevangelium von Jesus unterstrichen:

Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn er es bereut, vergib ihm. Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigen würde und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben.
Lukas 17, 3-4

Gott ist barmherzig, deshalb sollen wir auch vergeben

Die Heilige Schrift betont immer wieder, dass Gott langsam zum Zorn und reich an Barmherzigkeit ist. Gott vergibt gerne. Weiterlesen „Vergeben und vergessen“

Das Volk Gottes

Die Frage, die wir in diesem Artikel beantworten wollen, ist folgende: Wer gehört eigentlich zum Volk Gottes? Steht es nur den Juden zu oder gehören auch die erretteten Heiden der Gemeinde zum Volk Gottes? Dass heute viele der Meinung sind, dass es nur Israel zusteht, hat mit dem breiten Erfolg der Theologie des Dispensationalismus zu tun. Die Dispensationalisten haben es irgendwie geschafft, dass man ausschließlich die Israeliten mit dem Volk Gottes identifiziert. Fast alle Kirchenväter haben jedoch in der Kirche das „neue“ Volk Gottes gesehen.

Die Erwählung Israels als Volk Gottes

Die Zugehörigkeit zum Volk Gottes hängt eigentlich von zwei Dingen ab. Zum einen hängt es von der Erwählung Gottes ab. In seiner Souveränität erwählt Gott diejenigen, die Er zu seinem Volk machen will. Gott hat sich im Alten Bund um das Volk Israel erbarmt: Weiterlesen „Das Volk Gottes“