1 Johannes 2, 20: Ihr habt alle das Wissen

In 1 Johannes 2, 20 lesen wir:

Doch ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und habt alle das Wissen.

Damals wurde der Hohepriester in Israel mit dem Öl des Heiligtums gesalbt. Gleicherweise wurde der Führer des Volkes mit einer Ölsalbung inthronisiert. Jesus wurde vom Vater selbst als Messias gesalbt und lässt den Christen an seinem Segen teilhaben. Mit Salbung ist hier die Gemeinschaft des Heiligen Geistes gemeint, eine Gabe, die ein Christ empfängt, wenn Gott ihn errettet. Dafür braucht man keine zweite Erfahrung, kein esoterisches Wissen, sondern alles geschieht bereits bei der Wiedergeburt.

Es sieht so aus, als ob die Kinder des Neuen Bundes durch den Heiligen Geist genug Wissen hätten, um in der Wahrheit selbständig zu wandeln. Bedeutet dies dann, dass sie keine Belehrung mehr brauchen? Können sie sich Pastoren und Lehrer sparen? Weiterlesen „1 Johannes 2, 20: Ihr habt alle das Wissen“

Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte

Ehrlich gesagt, das Bild von einer Schafherde mag vielleicht beruhigend sein, aber es weckt bei uns keine besondere Gefühle mehr auf. Keiner würde zum Beispiel auf die Idee kommen, sich mit einem Schaf zu vergleichen, denn Schafe werden als nicht besonders schlau empfunden. Sagt man auch nicht: „du, dummes Schaf?“ Das Bild einer Schafherde kommt in der Bibel sehr oft vor, beispielsweise in dem bekannten Psalm 23, wo der Herr mit einem guten Hirten verglichen wird. Ich bin der Meinung, dass viele von uns sich mit diesen Tieren nicht wirklich identifizieren, wenn sie den Psalm lesen.

(1) „Ein Psalm Davids.“ Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. (2) Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. (3) Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. (4) Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. (5) Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. (6) Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Israel war ein Hirtenvolk. Selbst David war in seiner Jugend ein Hirte. Für uns ist es schwer geworden, uns vorzustellen, was ein Hirtenleben wirklich bedeutet. Weiterlesen „Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte“

Gottesdienst nach Lust und Laune?

Seit einigen Jahren sind die sogenannten Gästegottesdienste in vielen Gemeinden üblich geworden. Im Gegensatz zum „normalen“ Gottesdienst bietet ein Gästegottesdienst (oder Gottesdienst für Kirchenferne) die Möglichkeit, einige Experimente zu machen: neben einer verkürzten Botschaft werden theatralische Darbietungen oder Lobpreistanz angeboten, und das Publikum wird mehr eingebunden als im Normalfall.

Schön und gut, könnte man sagen: Wenn man Kirchenferne erreichen will, muss man auch den Gottesdienst schmackhaft machen. Eine Frage stellt sich nur: Darf man das?

Für die lutherische Kirche und die meisten Evangelikalen gilt das Prinzip: Alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt. Ob die Heilige Schrift oder die guten Sitten bestimmen sollen, was verboten ist, wird aber meistens nicht spezifiziert. Darf man zum Beispiel einen Party-Gottesdienst feiern oder einen Motorrad-Gottesdienst?

Für die Reformierten gilt längst ein anderes Prinzip, das sogenannte regulative Prinzip. Darunter wird verstanden, dass alles, was in der Schrift nicht explizit genannt wird, verboten ist. Weiterlesen „Gottesdienst nach Lust und Laune?“

Zeichen und Wunder damals und heute

Geschehen heute noch Zeichen und Wunder?
Im Prinzip gehören Reformierte nicht zu den Kirchenrichtungen, die außergewöhnliche Geistesgaben wie Prophetie, Zungenrede und Heilungen fördern. Viele von ihnen glauben nämlich, dass Wunder und Zeichen heute aufgehört haben.

Benjamin Warfield, zum Beispiel, war der Meinung, dass diese außergewöhnliche Zeichen den Aposteln anvertraut wurden, um damals die Neuigkeit und die göttliche Autorität des Evangeliums zu unterstreichen und um das Fundament der Gemeinde zu legen.

Wenn man von Gaben spricht, ist es wichtig, zwischen natürlichen Gaben und Geistesgaben zu unterscheiden: